Baskenland Mutmaßlicher Terrorist wird Professor
Joseba Mikel Garmendia soll den Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften an der Universität des Baskenlandes übernehmen. Am Freitag absolvierte Garmendia, einst mutmaßlicher ETA-Finanzchef, erfolgreich die mündliche Eignungsprüfung: im Gefängnis von San Sebastián, von mehreren Polizisten streng bewacht und in Handschellen.
Der studierte Betriebswirt war im April 2002 festgenommen worden. Die Justiz wirft ihm vor, den Finanzapparat der baskischen Untergrundorganisation über ein weit gespanntes Netz von Firmen kontrolliert zu haben.
An der Universität des Baskenlandes (UPV) war Garmendia bereits als Dozent tätig und bezieht im Gefängnis weiterhin drei Viertel seines Gehalts. Nach spanischen Medienberichten waren seine Chancen für die Professur von vonrnherein ausgezeichnet - er war der einzige Bewerber. Das fünfköpfige Gremium, das die Prüfung im Gefängnis abnahm, habe nur anhand seines Fachwissens geurteilt, teilte die Universität mit.
Falls Garmendia im noch anstehenden Prozess verurteilt wird, könnte er aber den Lehrstuhl nicht besetzen und müsste zunächst in Haft. Die konservative Volkspartei bezeichnete Garmendias Zulassung zur Prüfung als Skandal.
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Im Baskenland gibt es neben der Universität des Baskenlandes noch drei weitere Universitäten mit 28 Fakultäten, außerdem drei technische Hochschulen sowie elf Fachhochschulen. Insgesamt sind dort über 90.000 Studenten eingeschrieben.