Berliner Pleite: Uni kann man sich sparen - DER SPIEGEL
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Berliner Pleite Uni kann man sich sparen

Bis zu 1000 Euro pro Jahr: Studiengebühren in der Hauptstadt werden angesichts der Finanzmisere immer wahrscheinlicher.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Zur Erhaltung von Forschung und Lehre gibt es angesichts von Berlins Finanzmisere immer mehr Befürworter von Studiengebühren. Sowohl SPD-Fraktionschef Michael Müller als auch Präsident der Humboldt Universität, Jürgen Mlynek, sprachen sich am Wochenende dafür aus. "Den Anspruch an hervorragende Forschung und Lehre werden wir nicht mehr nur mit öffentlichen Mitteln für die Universitäten halten können", sagte Müller. Daher könne ein Teil der künftig benötigten finanziellen Mittel auch über Studiengebühren abgedeckt werden.

Noch konkreter äußerte sich der HU-Präsident: "Ich würde eine jährliche Studiengebühr von 1000 Euro für durchaus vertretbar halten." Derzeit seien die Universitätsbibliotheken schlecht ausgestattet und die Seminar- und Hörsäle befänden sich "teilweise im miserablen baulichen Zustand".

Dagegen lehnt die PDS Studiengebühren weiter strikt ab. PDS- Fraktionsvize Carola Freundl sagte: "Im Koalitionsvertrag, an den uns die SPD gern erinnert, steht definitiv drin, dass Studiengebühren in dieser Wahlperiode ausgeschlossen sind. Wir bleiben bei dieser Absage."

Die Hochschulen hatten in dieser Woche drastische Maßnahmen angekündigt, wenn Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) weiterhin auf seiner Forderung bestehe, im Hochschulbereich von 2006 an rund 200 Millionen Euro einzusparen. Dazu gehörte die Ankündigung der Humboldt-Universität, im Wintersemester keine neuen Studenten mehr aufzunehmen. Dieser in der Nachkriegsgeschichte einmalige totale Zulassungsstopp ist rechtlich allerdings umstritten.


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