Brasilien: Die Unzertrennlichen - DER SPIEGEL
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Brasilien Die Unzertrennlichen

Sie wollten auf die selbe Schule – doch nur eine Schwester eines brasilianischen Zwillingspaares bekam einen Platz. Die Eltern klagten gegen die Entscheidung. Die Richter mussten entscheiden: Darf man die "Einheit der Familie" auseinander reißen?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Zwillinge Susy und Sandy de Sousa Dutra in Brasilien dürfen die selbe staatliche Schule in Rio de Janeiro besuchen - das haben ihre Eltern gerichtlich durchgesetzt. Denn sie machten sich Sorgen um das Wohl ihrer Töchter: Würden die beiden Mädchen die Trennung verkraften? So forderte der Vater vor Gericht, dass die Zwillinge gemeinsam lernen müssten. Nur so könne die "Einheit der Familie" gewahrt werden, berichtet die brasilianische Zeitung "O Estado de São Paolo".

Die Familie bekam Recht. Die Schule muss beide Schwestern aufnehmen. Die stellvertretende Direktorin, Maria Celia Mendonca, sagt, sie verstehe die Begründung der Familie. Sie befürchtet jedoch, dass nun andere Zwillinge ebenfalls versuchen werden, gleich zwei Plätze zu ergattern. Dabei sei eine Trennung gar nicht so schlecht: "Zwillinge müssen nicht unbedingt zusammen bleiben. Sie können an einer Trennung auch wachsen."

mer/AFP

Korrektur: Aufgrund eines Übersetzungsfehlers hieß es in diesem Text zunächst, die beiden Zwillinge hätten sich an der Uerj eingeklagt, der Universität des Bundesstaates Rio de Janeiro. Das ist falsch. Tatsächlich sind Susy und Sandy sechs Jahre alt, die Klage bezog sich auf Schulplätze, nicht Studienplätze. Die falsche Übersetzung hatte SPIEGEL ONLINE ungeprüft von der Nachrichtenagentur AFP übernommen. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.