Dr.-Dance-Expertise Götter der Tanzfläche
Breakdance sieht spektakulär aus - aber wirkt es auf das andere Geschlecht auch attraktiv?
Wenn eine Tänzerin die Hüften kreist, sind ihr die Blicke der Männer sicher - aber was geht wirklich in deren Köpfen vor?
Es gibt einen Mann, der hat die Antworten: Peter Lovatt, genannt Dr. Dance.
Lovatt ist Psychologe und arbeitet an der Universität von Hertfordshire, einer Grafschaft im Norden von London. Er hat dort ein Tanzlabor gegründet: Mit Kollegen und Studenten erforscht er, welcher Tanzstil auf das jeweils andere Geschlecht attraktiv wirkt - und wieso.
Im Januar berichtete SPIEGEL ONLINE über Lovatt und seine Studien, jüngst führte ihn "Popular Science" in den Top Ten - das US-Magazin nennt jedes Jahr die aus ihrer Sicht zehn schlimmsten Forscherjobs. Die Jobs also, die wahre Drecksarbeit im Dienste der Wissenschaft bedeuten.
Neben einem Forscher, der durch von Plankton ausgeschiedenen Ozeanrotz taucht, einem Sammler von Kotproben und einer Wal-Aufschlitzerin wurde Lovatt genannt. Begründung: Er müsse sich die oftmals unvorteilhaften Drehungen von Menschen in jedem Alter ansehen und untersuchen.
"Mein Job ist einer der besten der Welt"
Lovatts Reaktion in einem Beitrag für das Magazin "Psychology Today": "Das einzige Problem an meinem Job ist der Geruch von Kollegen, die jeden Tag ein Deo benutzen, statt sich zu waschen." Abgesehen davon sei sein Job "einer der besten in der Wissenschaft, einer der besten in der Welt". Denn: "Ich kann das kombinieren, was ich liebe (Tanzen) mit dem, was mich fasziniert (Experimentelle Psychologie)."
Für SPIEGEL ONLINE öffnete Lovatt nun sein Tanzlabor. Wir forderten unsere Leser zum Tanz auf, und einige begaben sich aufs Parkett - oder den Teppich. Wohnzimmer wurden zur Tanzfläche, einer rockte in einer kargen Kammer neben Leiter und Staubsauger. Ihre Videos schickten wir nach Hertfordshire, Lovatt analysierte sie und präsentierte die Ergebnisse in Berlin.
Sein Urteil? Knallhart.
Die Kritik an einer Tänzern: "Ich will sie nicht verletzen, aber..." - aber sehen Sie selbst: im Video-Spezial.