Film: Furore im Saustall - DER SPIEGEL
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Film Furore im Saustall

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der moralische Zustand der Nation ist beschämend. Im Kaufhaus klauen die Bundesbürger wie die Raben, auf den Straßen rasen sie wie die Irren, und in öffentlichen Grünanlagen urinieren sie wie die Rasensprenger. Doch nun macht sich einer daran, den Augiasstall Deutschland auszumisten: Mux (Jan Henrik Stahlberg) will seine Mitmenschen wieder auf den rechten Weg bringen - mit Kant und Knarre.

Marcus Mittermeiers für 40 000 Euro gedrehte Satire "Muxmäuschenstill" handelt, könnte man sagen, vom Putzfimmel eines Saubermanns. Mux kommt daher wie ein Spießer, spießt allerdings oft die richtigen Dinge auf: die alltägliche Verlogenheit und Korruptheit. So stürzt der Film seine Zuschauer in einen Zwiespalt, indem er sie dazu bringt, diesem selbstgerechten Moralapostel zumindest zeitweise Gefolgschaft zu leisten.

Leider fehlt es dem Film an Mumm und an Phantasie, die Satire so weit zuzuspitzen, dass die Stiche wirklich wehtun. Der Film macht es seinen Zuschauern viel zu leicht, sich der Welt, die Mux bekämpft, nicht zugehörig zu fühlen.