Große Ossi-Wessi-Tour Wie man etwas findet, das nicht mehr da ist
Deutsch-deutscher Rest: Schild an der ehemaligen Grenze zwischen DDR und BRD
Foto: Mephisto 97.6Sebastian und Katja trauen immer wieder ihren Ohren nicht, wenn sie Geschichten aus der untergegangenen DDR erzählt bekommen. "Vieles klingt so bizarr, was wir hören", sagt Sebastian vom Team Ost unterwegs auf dem Wanderweg der Deutschen Einheit. "Es ist kaum zu glauben, dass es solche Ungerechtigkeit wirklich gegeben hat."
Sie trafen unter anderem einen Lehrer, der mehrmals mit seinen Schülern in die DDR reiste und den erniedrigenden Umgang der Grenzer mit ihnen zu spüren bekam. Und er berichtete, dass die Macht des sterbenden Staates über seine Bürger auch nach der Wende eine Weile fast ungebrochen blieb.
Die große Herausforderung für Hannah und Jan war, etwas zu finden, das es heute gar nicht mehr gibt. Mit einem ehemaligen Grenzpolizisten haben sie sich auf die Suche nach Spuren der Grenzsperranlage gemacht, die Sachsen und Bayern trennte. Im geteilten Dorf Mödlareuth wurden sie fündig: "Wir standen im allerschönsten Sonnenschein vor dichtem Stacheldraht und einer über vier Meter hohen Mauer. Das war total absurd", sagt Jan.
Auch wenn von den Grenzanlagen nicht viel übrig ist, so sind die Erinnerungen der Menschen doch umso deutlicher. Und immer wieder denken die Einheitswanderer: Gut, dass wir das nicht mehr erlebt haben.
Jetzt machen sich die Vier auf das letzte Drittel ihrer Wanderung. Nachdem Hannahs Blessuren abgeheilt sind, wandert sie endlich wieder mit Jan. Und alle freuen sich auf die kommenden Wanderetappen, die sie über den thüringischen Rennsteig führen werden. Katja und Sebastian wandern südlich an Kassel vorbei und können direkt zuschauen, wie der Herbst in Deutschland Einzug hält.
Als Wessis im Osten: "Können wir die Grenze bitte endlich aufmachen?"
Als Ossis im Westen: Von Ost-Grenzern betatscht und schikaniert