Helden der Kindheit Mary Poppins
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Katharina Kern, 23, studiert Anglistik, Romanistik und Geschichte an der Universität Bonn
Es war ein Regentag, als ich Mary Poppins zum ersten Mal im Fernsehen sah. Vielleicht hatten wir auch Ostwind wie am Anfang des Films, auf jeden Fall war es stürmisch und grau. Und sie hat mich genauso verzaubert wie die beiden Kinder Michael und Jane in ihrem strengen Elternhaus im tristen London.
Mary Poppins stellt die ernste Welt der Erwachsenen einfach auf den Kopf und singt und tanzt mit ihren beiden Schützlingen auf den Dächern der Stadt. Am liebsten mochte ich natürlich das Lied "Superkalifragilistisch expialigetisch". Immerhin war ich nicht so verrückt wie meine Schwester. Die ist mit ihrem Regenschirm vom Dach unserer Garage gesprungen. Dabei hat sie sich zum Glück nur den Fuß verstaucht.
In diesem Semester habe ich ein Hauptseminar zu englischer und amerikanischer Kinderliteratur belegt. Ich finde es total interessant, mich mit Figuren, die mich in meiner Kindheit begleitet haben, wissenschaftlich zu beschäftigen. Und ehrlich gesagt, verspüre ich in letzter Zeit auch manchmal Lust, über die Dächer von Bonn zu tanzen.