Ich und mein Auto: Mobil mit Stil - DER SPIEGEL
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Ich und mein Auto Mobil mit Stil

Ein schnödes Fortbewegungsmittel? Weit mehr als das: Fünf Studentinnen und Studenten schwärmen, was sie mit ihrem Auto verbindet - vom Spaß-Mini über die Ente mit Schnee-Allergie bis zum getunten Mercedes, dessen Unterboden die Straße anleuchtet.
Von Sebastian Christ
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Philipp Drießen, 23, kommt aus Ingolstadt und studiert Maschinenbau an der TU Dresden im achten Semester: "Mein Opa ist schon Mini gefahren, auch mein Vater. Ich bin da quasi mit reingerutscht. Man hat mit diesem Auto irre viel Spaß auf der Straße. Und wenn sich zwei Mini-Fahrer auf der Straße treffen, dann grüßen sie sich meistens. Auf der Autobahn bin ich mit dem Wagen allerdings eher selten, dafür ist er mir zu schade. Ich habe meinen Mini zu einem Spaßauto ausgebaut. Das Geld dafür habe ich mit Ferienjobs verdient. Wenn es nach mir geht, dann behalte ich mein Auto für immer."

Mario Schmucker, 23, studiert im vierten Semester BWL an der FH Landshut: "Mein Ziel ist es, ein einzigartiges Auto zu fahren. Das klingt zwar ein wenig verrückt, aber bei diesem Hobby bin ich hängengeblieben. Mein Auto habe ich mit 18 Jahren von meinem Großvater bekommen. Im Originalzustand ist der Mercedes 190 eines der scheußlichsten Autos überhaupt. Deswegen habe ich begonnen, den Wagen zu verändern und jede freie Minute dafür geopfert. Die nächste Investition wird eine Unterbodenbeleuchtung sein. Dann leuchtet das Auto die Straße an."

Simon Stachulla, 23, kommt aus Augsburg und studiert Lehramt für Haupt- und Realschulen an der Uni Augsburg. Er ist zurzeit im Referendariat: "Und wenn ich in 50 Jahren meinen Sprit selbst herstellen muss - ich werde meine Ente behalten. Es war mein erstes Auto und soll auch mein letztes werden. Weil ich meine Ente so mag, fahre ich auch nur im Sommer mit ihr. In diesem Jahr lag der Schnee ziemlich lang, deswegen habe ich sie erst Anfang April aus der Garage geholt. Ab Oktober wird sie dann wieder geschont."

Daniela Koenig, 21, studiert im vierten Semester Fitnessökonomie an einer Münchner Berufsakademie: "Als Mädel wird man schnell schräg angeschaut, wenn man sich für Autos interessiert. Ich bin Mitglied im Opel-Club München geworden. In meinen Corsa habe ich ein Sportlenkrad eingebaut, außerdem getönte Rückleuchten, Sportspiegel, Klarglasscheinwerfer und eine Musikanlage. Der Wagen heißt "Calimero", wie die Zeichentrickfigur. Wenn ich mir ein neues Auto kaufen würde, dann wahrscheinlich einen Corsa mit einem größeren Motor."

Elisabeth Schalk, 23, kommt aus München und studiert Italienische Philologie und Neuere Geschichte an der LMU im zweiten Semester: "Eigentlich wollte ich zum Studium nach Passau gehen. Dafür habe ich mein altes Auto verkauft und mir diesen Golf zugelegt. Jetzt studiere ich doch in München, und eigentlich ist das Auto dafür schon ein echter Luxus. Deswegen werde ich es bald abgeben. Im Sommer fahre ich eh viel Fahrrad, wegen der hohen Spritpreise. Und in der Garage meiner Eltern steht auch noch eine Vespa. Die ist für die Stadt ideal."