Informatikstudenten Lieber keine Experimente
Jubelstories über Startups und ihre dynamischen Gründer lassen Nachwuchs-Informatiker inzwischen kalt. Als Arbeitgeber gefragt sind eher die Branchenführer. In einer Umfrage für das Berufseinsteiger-Magazin "Young Professional" erteilten Studenten der New Economy eine deutliche Abfuhr: Nur ein Drittel der Informatikstudenten war bereit, sich auf eine junge Firma einzulassen. Bei den Physikern zeigten 26 Prozent der befragten Studenten Lust auf die New Economy, bei den Mathematikern war die Risikobereitschaft mit 21 Prozent noch geringer.
Diese klaren Präferenzen schlugen sich auch im aktuellen Ranking der Wunsch-Arbeitgeber nieder: An der Spitze der Unternehmen behauptete sich die Siemens AG. Für 23 Prozent der befragten IT-Studenten ist der Konzern die erste Adresse für ihre berufliche Zukunft. Auf den Verfolgerplätzen rangieren IBM und Sun Microsystems, zwei weitere "Big Player" der Branche. Internet-Firmen wie ID Media oder Kabel New Media dagegen tauchten erst im Mittelfeld des Rankings auf. Zur Wahl gestellt hatte "Young Professional" insgesamt 100 Unternehmen.
Von Siemens erhoffen die Studenten sich vor allem interessante Aufgaben, attraktive Standorte, einen sicheren Job und internationale Arbeitsaufgaben. Fast niemand erwartete dagegen Flexibilität oder flache Hierarchien. Weit vorn landeten auch Großunternehmen wie SAP und Daimler-Chrysler. Erstmals schafften Chiphersteller Infineon und Netzwerkspezialist Cisco den Sprung in die Top Ten der Arbeitgeber. Senkrechtstarter ist die Suse Linux AG auf Platz vier.
Die über 2000 befragten Studenten sind anspruchsvoll: Sie würden zwar Reisen in Kauf nehmen, aber nur ungern den Wohnort wechseln. Tag und Nacht im Büro zu verbringen, kommt für sie ebenfalls nicht in Frage - knapp zwei Drittel rechnen mit einer Wochenarbeitszeit von bis zu 45 Stunden.
Seinen Marktwert aber kennt der Nachwuchs ganz genau. "Keine Kompromisse" lautet die Parole bei der Vergütung: Nur drei Prozent würden ein unterdurchschnittliches Gehalt akzeptieren. Die Studenten erwarten ein Einstiegssalär von rund 80.000 Mark. Und jeder Fünfte will bereits zum Berufsstart mehr als 100.000 Mark einstreichen.