Rat einer Langzeitstudentin Immer locker bleiben
Langzeitstudentin Kavelj: "Alle sind weitergezogen, nur ich stand still"
Foto: privatUniSPIEGEL: Glückwunsch, Frau Kavelj, nun haben Sie es fast geschafft.
Kavelj: Ja, danke. Dass ich bald einen Studienabschluss habe, kann ich selbst kaum glauben.
UniSPIEGEL: Sie haben drei verschiedene Studiengänge probiert. Was würden Sie den vielen Erstsemester-Studenten nun zum Start raten?
Kavelj: Ich empfehle, nicht so verbissen zu sein und das Studium lockerer zu nehmen. Außerdem, nur das zu studieren, wofür man sich wirklich begeistert. Und man sollte die Zeit auch nutzen, um bei Musik und Bier viele Freundschaften zu schließen.
Ausgabe 5/2013
Ich gegen Dich
Der harte Konkurrenzkampf unter Studenten
Diesmal mit Geschichten über eine 24-jährige Nonne, über die Zukunftswünsche von Studenten und über eine Stadt, die sich in einen Uni-Campus verwandelt. Wollt ihr das Heft nach Hause bekommen?Für Studenten: SPIEGEL-Abo-AngeboteDen UniSPIEGEL gibt's auch kostenlos an den meisten Hochschulen.UniSPIEGEL: Sie haben 13 Jahre lang studiert. Was hat denn da so lange gedauert?
Kavelj: Ich habe mit 19 Jahren direkt nach dem Abi angefangen. Zuerst Sozialwissenschaften. Da war Statistik mein Problem. Ich habe das Vordiplom nicht geschafft und wurde nach einigen Semestern exmatrikuliert. Danach habe ich Geschichte und Englisch auf Magister probiert. Meine Freunde haben gefragt: Was willst du damit? Ich habe mich das dann auch gefragt. Deshalb bin ich wieder gewechselt.
EIN UNI-LOSER WILL ES NOCH MAL WISSEN:
Auch Felix Dachsel, 26, ist schon mehrmals an der Uni verzweifelt. In einer neuen Serie auf SPIEGEL ONLINE erzählt er, wie er sich im Bachelor-Master-Chaos zurechtfindet.
UniSPIEGEL: Wie anstrengend ist so ein Studienwechsel?
Kavelj: Jedes neue Studium hat mich vorher viel Kraft und schlaflose Nächte gekostet. Aber irgendwann kommt man einfach an einen Punkt, an dem man sich fragt: Und was jetzt? Alle um mich herum sind weitergezogen, nur ich stand still.
UniSPIEGEL: Mit 28 Jahren haben Sie sich entschlossen, Lehramt zu studieren. Die richtige Entscheidung?
Kavelj: Absolut. Ich habe zu meinen alten Fächern, also Englisch und Geschichte, noch Deutsch dazugenommen und bin jetzt glücklich. Für mein Ziel habe ich einige Umwege gemacht, aber auch viele Einsichten gewonnen.
UniSPIEGEL: Etwa, dass Sie Hausarbeiten nicht immer in der Nacht vor der Abgabe schreiben sollten?
Kavelj: Ich kann nicht anders. Ich habe es wirklich versucht. Gestern musste ich meine Abschlussarbeit abgeben. Drei Monate waren dafür vorgesehen, geschrieben habe ich sie nur in einem Bruchteil der Zeit. Ich habe mich damit abgefunden.
UniSPIEGEL: Was sagen eigentlich Ihre Eltern zu allem?
Kavelj: Die haben damit gerechnet, dass ich etwas früher fertig werde. Aber mittlerweile sind sie froh, dass es mit dem Abschluss klappt. Es war nicht immer leicht.
UniSPIEGEL: Wenn Sie bald Lehrerin sind, dann haben Sie sicher viel Verständnis für Schüler, die etwas länger brauchen?
Kavelj: Ehrlich gesagt, bin ich da ziemlich streng.
UniSPIEGEL: Bitte?
Kavelj: Sie haben recht, vielleicht sollte ich durch meine Erfahrung auch bei meinen Schülern zukünftig etwas verständnisvoller und nachsichtiger sein.
FRÜHES ABI, SCHNELL ZUR UNI
Jung, jünger, Rose-Lise: Sie ist erst 16 Jahre alt, hat schon zwei Fantasy-Romane geschrieben und startete im Wintersemester 2013/2014 als jüngste Studenten der LMU München ins Campus-Leben. Im Interview erklärt die 1,0-Abiturientin, wie sie das geschafft hat. mehr...