Journalismus Praxisnahe Kultur?
Und wieder mal hat ein neuer Studiengang das Licht der universitären Welt erblickt: Ab dem nächsten Jahr kann an der Universität der Künste Berlin (UdK) Kulturjournalismus studiert werden. Der gleichzeitig auch erste Masterstudiengang an einer Kunsthochschule bietet Hochschulabsolventen und graduierten Jungjournalisten die Möglichkeit, sich zwei Jahre lang in die "Sachzwänge und Methoden im Alltag der Künstlerischen Praxis" einweihen zu lassen.
Doch billig ist die Ausbildung zum Fachjournalisten nicht. Rund 5200 Euro, zahlbar in Monatsraten, wird der Weiterbildungsstudiengang kosten. Der Pressesprecher der UdK, Jörg Kirchhoff, ist dennoch optimistisch, dass dieser Preis die zukünftigen Studenten nicht abschrecken wird. Denn die "Möglichkeiten in Berlin" seien einfach optimal für die Ausbildung zum Kulturjournalisten.
Besonderen Wert soll bei dem in dreijähriger Vorbereitungszeit konzipierten Studiengang auf die Nähe zur Praxis gelegt werden. Die 25 pro Jahr zugelassenen Studenten sollen Einblicke in alle relevanten Bereiche der Kultur, von Modenschauen bis hin zu Musicalproduktionen, gewährt werden. Vorgesehen sind insgesamt 20 Wochen Praktika in verschieden Einrichtungen des Berliner Kulturbetriebs. Nicht zuletzt sollen die Studierenden auch in die journalistische Praxis eingeführt werden. Denn kulturelle Erlebnisse allein reichen schließlich nicht aus.
Einen besonderen Vorteil verspricht sich Kirchhoff von der Vernetzung des Studienganges mit den anderen Fakultäten des Hauses. Das nahe Beisammensein aller Künste (bis auf Tanz) würde eine "einzigartige Zusammensetzung des Lehrkörpers" garantieren. Nur so sei es möglich, so die Geschäftsführerin des Studienganges, Verena Tafel, "allgemein ausgebildete Kulturjournalisten auf die Arbeit in Redaktionen" vorzubereiten. Denn "Fachspezialisten entwickeln sich von selbst", so Tafel weiter.
Bewerbungen für den vom Honorarprofessor Jörg Hafkemeyer geleiteten Studiengang sind noch bis zum 30. April möglich. Bislang gäbe es circa 60 Interessenten, so Tafel. Aus diesen und den noch hinzukommenden Bewerbungen werden dann bis Juli die 25 zugelassenen Studenten ausgewählt. Ob es denn aber tatsächlich sinnvoll ist, Kulturjournalismus zu studieren, wird man frühestens 2005 bewerten können - wenn sich die ersten an der UdK ausgebildeten Fachjournalisten bewähren müssen. Und sie selbst werden herausgefunden haben, ob sich die 5200 Euro gelohnt haben.