Kinderwunsch: Männer und ihre Ernährerängste - DER SPIEGEL
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Kinderwunsch Männer und ihre Ernährerängste

Sie würden so gern, aber sie wagen es nicht: Viele Männer wären gern schon in jungen Jahren Vater. Aber weil sie Angst haben, dass sich Studium und Familie nicht vereinbaren lassen, schieben sie die konkrete Familienplanung jahrelang auf.
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Das hat eine Umfrage des Deutschen Jugendinstituts in München im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung ergeben, an der 1800 männliche Testpersonen teilnahmen. Alter: 15 bis 42. Mehr als die Hälfte der Befragten fand, dass die Jahre zwischen 25 und 30 optimal seien zum Kinderkriegen. Allerdings sagten auch zwei Drittel der Männer, die noch nicht im Berufsleben stehen, dass es für sie "sehr unangenehm" oder gar eine "Katastrophe" wäre, wenn ihre Partnerin so früh schon ein Baby erwarte. Sie sorgen sich darum, ob sie ihre Familie während der Ausbildung finanzieren können.

95,5 Prozent der Männer sehen sich noch immer in der traditionellen Ernährerrolle. "Die Rahmenbedingungen müssen sich verbessern, damit jungen Männern die Angst vor der Familiengründung genommen wird", sagt Thomas Rauschenbach, Leiter des Deutschen Jugendinstituts. Die Politik konzentriere sich zu sehr auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und vernachlässige dabei den Aspekt Ausbildung und Familie.

Das mag sein, aber fest steht, dass das Problem der Berufstätigkeit als großes Hemmnis fürs Kinderkriegen längst nicht gelöst ist: Einer aktuellen Umfrage des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung zufolge erlebt fast jede zweite fertig ausgebildete Akademikerin und fast jeder vierte Akademiker im Job nach der Geburt des ersten Kindes berufliche Nachteile. Von knapp 8700 befragten Wissenschaftlern fühlten sich 41 Prozent der Mütter und 15 Prozent der Väter ausgeschlossen aus beruflichen Netzwerken. In ihrer Publikationstätigkeit sahen sich 83 Prozent der Mütter und 60 Prozent der Väter eingeschränkt.