Kunst Das große Fressen
"Eat Art" heißt ein Seminar am Institut für Kunsttherapie der Universität Köln, das mittlerweile Kultstatus erreicht hat.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Professor Peter Rech lässt dort seit Jahren seine Studenten Kunstwerke rund um das Essen inszenieren, sie bestimmen selbst über Inhalt, Aufbau und Veranstaltungsort. "Das entspricht einer Auffassung von Kunst, die nahe am Alltag sein will", erläutert Rech, "und eines der alltäglichsten Dinge ist das Essen."
Happenings fanden schon auf Friedhöfen und im Wald statt, einmal formten Studenten zum Thema Kannibalismus einen menschlichen Körper aus Brotlaiben. Hier versammeln sich die Teilnehmer im Keller eines Studentenwohnheims, um möglichst viel Essen herunterzuschlingen. Prämiert wurde derjenige, der nach der Völlerei am meisten an Gewicht zugelegt hatte - eine Parodie auf den Messwahn unserer Gesellschaft.