Kurioses Examensthema Der Quanten-Experte
Das Werk hat 72 Seiten, besteht hauptsächlich aus Illustrationen und ist vollständig geruchsfrei: "Mythos Socke" ist der Titel von Boris Grunwalds Abschlussarbeit im Fachbereich Design. "Gegenüber der Obergarderobe und in der menschlichen Gesellschaft überhaupt fristet die arme Socke ein Mauerblümchendasein", sagt Grunwald zu seinem Untersuchungsgegenstand.
Der Student bringt zunächst Licht in das Rätsel, das jeder Sockenträger kennt: Wie kommt es, dass einem ständig eine Socke abhanden kommt? Und warum taucht sie plötzlich ganz woanders wieder auf? Grunwald hat recherchiert: 98 Prozent aller abtrünnigen Socken wurden zuletzt beim Befüllen der Waschmaschine gesichtet. Das plötzliche Wiederauftauchen erklärt der 25-Jährige durch einen Quantensprung in Verbindung mit der Heisenbergschen Unbestimmtheitsrelation. Andere seien von Aliens verschleppt worden.
So viel zur Wissenschaftlichkeit der Arbeit. Die fehlende Seriosität tat der Bewertung jedoch keinen Abbruch. Die Professoren Andrea Rauschenbusch und Robert Ward seien jedenfalls von dem Thema recht angetan gewesen, versichert der Autor. Ein besonderes Augenmerk legten die Prüfer auf die Darstellung der Socke, die Grunwald durchgehend mit Augen und Händen darstellte.
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Doch ein paar Fakten hat der Autor immerhin zusammengetragen. So fand er heraus, dass der Mensch fast lebenslänglich Socken trägt, selbst im Bett als Schlafsocken. Dass gerade die Socke eines der meistgefährdeten Kleidungsstücke ist, beweise die Tatsache, dass der Mensch in seinem Leben durchschnittlich 150 Millionen Schritte macht und auf diese Weise 100.000 Kilometer zurücklegt. Das koste wirklich Hundertschaften von Socken das Leben.
Am Ende der Arbeit bietet Grunwald sechs Lösungsansätze, wie der Mensch dem "Mythos Socke" besser gerecht werden könne. Albert Einsteins Ausspruch "Socken schaffen nur Löcher" kann der 25-Jährige jedenfalls nicht zustimmen. Sein wichtigster Tipp: "Damit hinterbliebene Singles nicht vereinsamen, sollten Söckchen einfach kombiniert werden."
Von Julia Susat