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Leben

Doktortitel für Boxer / Herkunft entscheidet über Hochschulbildung / "Fit for Europe" / Geheimwissen der Personaler /
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

DR. FAUST

Harte Schläge auf den Kopf erhöhen das Denkvermögen ­ zumindest legen das die Erfahrungen von Wladimir Klitschko nahe: Der Box-Weltmeister im Schwergewicht erhielt jetzt an der Universität seiner Heimatstadt Kiew den Doktorhut in Sportwissenschaft und Philosophie. Mehr als ein Dutzend Professoren prüften Klitschkos wissenschaftliche Arbeit zum Thema "Pädagogische Kontrolle im Sport" und erklärten ihn anschließend mit Auszeichnung zum Sieger. Die Promotion sei für ihn so wichtig wie sein letzter WM-Sieg gegen den Amerikaner Chris Byrd, so Klitschko. Sein Bruder Witalij Klitschko hatte bereits Anfang 2000 seine Promotion erfolgreich abgelegt. Chris Byrd hat noch nicht promoviert.


GEBOREN FÜR DIE HOCHSCHULE

Studieren in Deutschland ist wieder mehr eine Frage der sozialen Herkunft geworden. So hat sich seit 1992 der Anteil der Studenten, deren Väter oder Mütter einen Uni-Abschluss haben, um fast zehn Prozent erhöht, wie eine Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) in Hannover belegt. Kinder aus Arbeiterfamilien sind an den Hochschulen deutlich unterrepräsentiert, während Kinder von Beamten, Selbständigen und Angestellten überproportional häufig ein Studium aufnehmen. "Ungeachtet aller beachtlich erweiterten Bildungschancen bestehen für das Studium die Mechanismen sozialer Vererbung fort", stellen die HIS-Forscher fest. Auch bei der Wahl der Art der Hochschule und der einzelnen Studienfächer spielt die Herkunft eine entscheidende Rolle: Kinder aus besser gestellten Familien ziehen zumeist die Universitäten den Fachhochschulen vor und entscheiden sich besonders oft für ein Medizin-, Jura- oder Kunststudium.


EUROPA TOTAL

Studieren in Schottland, arbeiten in Holland, sich weiterbilden in Spanien? Innerhalb der Europäischen Union ist das alles möglich. Wem die nötigen Infos fehlen, dem hilft die CD-Rom "fit for europe" der Bundesanstalt für Arbeit. Sie bietet umfassendes Wissen zu Ausbildung, Studium, Praktika, Arbeiten und Leben in den einzelnen Ländern der EU. Wer einen Computer mit Netzanschluss besitzt, kann sogar direkt von der CD-Rom zahlreiche Internet-Adressen sowie Datenbanken anklicken. Spaß am Rande bietet ein kleiner Sprachtest in den elf Amtssprachen der Europäischen Union.

Die CD kostet 20 Mark und kann bei der Europa-Hotline der Bundesanstalt bestellt werden, Tel. 0180/522 20 23.


JAN DIETRICH, THOMAS ULLRICH: "BEWERBUNG ­ DAS GEHEIMWISSEN DER PERSONALBERATER"

Sie treiben fast jedem Uni-Absolventen Schweißperlen auf die Stirn: Persönlichkeitstests, Rollenspiele oder Logikaufgaben, mit Hilfe derer Personalchefs die besten Kandidaten suchen. Doch Panik muss angesichts von Tintenklecks-Deutungen beim Rohrschach-Test oder Stressinterviews ("Sie sind eine Niete!«) nicht sein: Die beiden Autoren stellen die gängigsten Auswahlverfahren und Psycho-Tricks der Unternehmen vor und versuchen, aus jedem Hochschulabgänger einen Bewerbungsprofi zu machen. Sie zeigen, wie man für Logiktests trainieren kann, welche Charaktereigenschaften bei Persönlichkeitsfragebögen häufig abgecheckt werden. Außerdem geben sie jede Menge strategischer Tipps ­ für Assessmentcenter genauso wie für Vorstellungsgespräche. Den Personalberatern stellen sie ein schlechtes Zeugnis aus: Vielfach würden völlig veraltete Psycho-Tests eingesetzt.

Jan Dietrich, Thomas Ullrich: "Bewerbung ­ Das Geheimwissen der Personalberater und Testpsychologen und Strategien dagegen". DenkHalle Verlag, Düsseldorf; 112 Seiten; 42 Mark.