Leben
"HANS MEISER" VOR DER PRÜFUNG?
Was viele schon wussten, beweist auch die Wissenschaft: Schüler und Studenten sollten sich die letzten Stunden vor einem Test nicht noch weiter den Kopf mit Lernstoff voll stopfen, sondern lieber leichte Fernsehware konsumieren. Britische Forscher baten 200 Testpersonen, entweder Kreuzworträtsel zu lösen, Musik zu hören, mit Freunden zu reden, ein Fachbuch zu lesen, eine Dokumentation oder eben eine Talkshow im Fernsehen zu verfolgen. Außerdem tranken und aßen die Testpersonen Verschiedenes wie Orangensaft und gesalzene Erdnüsse. Anschließend testeten die Wissenschaftler die Leistungsfähigkeit der Teilnehmer und stellten fest: Das beste Ergebnis erzielten die Probanden nach einer halbstündigen Talkshow und dem Genuss von Erdnüssen. Fernsehen, so die Wissenschaftler, wärme das Gehirn auf, ohne es zu sehr zu beanspruchen. Doch Vorsicht vor zu viel Hans Meiser: Ganz ohne vorheriges Lernen hilft auch Fernsehen nicht.
TANZ IM TREND
Mit traditionellen Sportarten wie Fußball oder Tennis können die Sportzentren der deutschen Unis trendbewusste Studenten nicht mehr locken. Deswegen hat die rollende Bewegung der Inline-Skater ihren Weg in die Hochschulen gefunden. Mit ihren Inline-Seminaren ist zum Beispiel die Freie Universität (FU) Berlin stets ausgebucht. Auf ihr Trendpotenzial werden auch kaum bekannte Sportarten getestet. An der Sporthochschule in Köln üben Experimentierfreudige "Tamburello". Sie spielen sich einen kleinen Ball mit einem Schläger zu, der dem Instrument Tamburin gleicht. Doch auch manch altmodische Sportart gewinnt an Popularität. Der letzte Schrei an den Unis ist Gesellschaftstanz. An der Berliner FU wollen 578 Studierende aufs Parkett, in Hamburg sind es 650. Die Hamburger haben jetzt auch als erste deutsche Uni eigene Tanzschulräume.
CONTAINER ODER KASERNE
Zu Beginn des Wintersemesters drängen wieder rund 7000 Studienanfänger auf den Münchner Wohnungsmarkt. Wohnheimzimmer sind heiß begehrt bis zu zwei Jahre müssen zugereiste Erstsemester auf einen Platz warten. "Die Situation ist grotesk", sagt Moritz Kaiser, Asta-Referent an der TU München, "bei den Mitwohnzentralen bewerben sich 200 Leute um ein Zimmer." Kaiser will jetzt selbst Wohnraum schaffen: Der TU-Asta möchten Container anmieten, wie sie auf Baustellen verwendet werden. Einen Platz in Top-Lage hat Kaiser schon im Auge die Theresienwiese, Veranstaltungsort des Oktoberfests. Beim Münchner Studentenwerk stößt die Initiative auf wenig Begeisterung: "Das ist eine dilettantische Idee", urteilt Sprecher Helmut Gierke, "es gibt dafür noch nicht mal eine Baugenehmigung." Das Studentenwerk hat derweil schon Notunterkünfte organisiert, zum Beispiel in Kasernen.