Leben: GEFAHR IN WUPPERTAL - DER SPIEGEL
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Leben GEFAHR IN WUPPERTAL

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ausgerechnet die Universität / Gesamthochschule Wuppertal ein Hort "linksextremistischer Bestrebungen"? Das hätte wohl kaum jemand gedacht. Genau so steht es aber im jüngsten Bundes-Verfassungsschutzbericht, in dem die Uni neben allerlei revolutionären Splittergruppen auftaucht. Wer jedoch mitten im Bergischen Land umstürzlerische Umtriebe erwartet, wird enttäuscht. Profs, die gegen den Kapitalismus zu Felde ziehen, sind dort nicht zu finden, und der studentische Nachwuchs kümmert sich auch längst lieber um die eigene Firma als um die Weltrevolution.

Wäre da nicht die Marx-Engels-Stiftung, die die Schriften der kommunistischen Gründerväter erforscht. Sie richtete vergangenes Jahr an der Uni eine Tagung aus ­ für die Hüter der Verfassung ein klarer Fall von "wissenschaftlicher Kooperation" zwischen Hochschule und radikalen Elementen.

Uni-Rektor Volker Ronge wundert sich über so viel Anteilnahme: "Auch wenn der Kommunismus überholt ist, kann sich die Forschung weiter mit Marx und Engels beschäftigen." Mit einem Vortrag will Ronge die Verfassungsschützer jetzt über die Freiheit der Wissenschaft aufklären ­ wenn die denn Interesse daran haben.