Minister-Hitliste: Jetzt wird zurückgerankt - DER SPIEGEL
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Minister-Hitliste Jetzt wird zurückgerankt

Die Unis werden von der Politik ständig mit Rankings gepiesackt. Die Hochschullehrer wehren sich mit gleichen Mitteln: Ihre Standesvertretung ließ die Bildungspolitiker bewerten - und der Lieblingsminister der konservativen Professoren ist ein Sozialdemokrat.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Am Sinn und Zweck der Professoren-Abstimmung über die Leistungen der Wissenschaftsminister mag man zweifeln. Einer derzeit darbenden Partei werden die Ergebnisse aber allemal zupass kommen: Die SPD stellt mit dem rheinland-pfälzischen Wissenschaftsminister Jürgen Zöllner den Sieger der Abstimmung, die der Deutsche Hochschulverband (DHV) veranstaltete. Dem seit 1991 amtierenden Minister gelang es, seinen im Vorjahr eroberten Platz ganz oben auf dem Treppchen zu behaupten.

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Ranking der Bildungsminister: Aufsteiger und Absteiger

Foto: DDP

Auf das Treppchen schafften es auch Zöllners Amtskollegen Jens Goebel (Thüringen) und Jürgen Schreier (Saarland), beide von der CDU. Die rote Laterne musste in diesem Jahr Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Hans Robert Metelmann (parteilos) von seinem Berliner Vorgänger Thomas Flierl (PDS) übernehmen. Metelmann haben offenbar die Umbaupläne für die Hochschulen seines Bundeslandes geschadet.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU), erst seit November in der Regierung, schaffte einen Platz im Mittelfeld und schlug damit ihre Vorgängerin Edelgard Bulmahn (SPD). Erstaunlich: Obwohl nicht mehr im Amt, bekam Bulmahn mit der Durchschnittsnote 4,4 eine bessere Zensur als im Vorjahr.

Seitenhieb auf die Ranglisten-Fanatiker

Insgesamt fielen die Noten deutlich höher aus als im Vorjahr, als die Vertretung der Universitätsprofessoren zum ersten Mal zur Abstimmung rief: Erzielte damals der Sieger noch eine Durchschnittnote von 3,4, so liegt das Spitzenergebnis im Jahr 2006 bei 2,3. Ist die Bildungspolitik besser geworden, regiert bei den Befragten nun plötzlich die große Koalition der Zufriedenen?

2100 Wissenschaftler nahmen an der Umfrage teil. Der DHV sieht die Aussagekraft selbst eher skeptisch. Diese Form der Meinungsabfrage, so formuliert es DHV-Geschäftsführer Michael Hartmer mit leiser Ironie, entspreche nicht gerade "dem letzten Stand der empirischen Sozialforschung". Die Ergebnisse seien "wie bei jeder Jedermann-Umfrage auch nicht repräsentativ". Dennoch, so Hartmer, sei das Ranking möglicherweise "ehrlicher und authentischer als so manches andere Ranking, das eine wissenschaftliche Methodik für sich nur in Anspruch nimmt".

Ein kleiner Seitenhieb auf die Ranglisten-Fanatiker unter den Bildungspolitikern - denn unter deren Evaluationsglauben haben vor allem die Professoren zu leiden. Die Strategie des DHV ist deshalb klar: Jetzt wird zurückgerankt.

jaf

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