Murrende Mediziner: Blick zurück im Zorn - DER SPIEGEL
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Murrende Mediziner Blick zurück im Zorn

Wie war es denn so an der Uni, fragte das Centrum für Hochschulentwicklung fertig ausgebildete Mediziner. Die meisten frisch gebackenen Weißkittel gaben ein entnervtes Stöhnen von sich - per Fragebogen. Kritisiert wurden besonders die Fakultäten in Hamburg, Bonn und München.
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Medizin-Absolventen deutscher Universitäten bewerten das hinter ihnen liegende Studium weitgehend kritisch. Das ist das Ergebnis einer Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh. Während des Studiums komme sowohl die Vermittlung praktischer Fähigkeiten als auch die Forschung zu kurz, meinen die Mediziner.

Für die Studie wertete das CHE 5000 Fragebögen von Medizinern aus, die zwischen 1998 und 2003 ihre Zulassung als Arzt erhalten hatten. Lediglich 15 Prozent fühlten sich von der Universität sehr gut oder gut auf das Berufsleben vorbereitet. Auf einer Notenskala von 1 bis 6 gaben die Absolventen ihren ehemaligen Lehranstalten eine 4,4 in der Praxisvermittlung und eine 3,6 in der Berufsvorbereitung.

Bessere Noten für Ost-Unis

Noch düsterer sieht es mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen aus, die Mediziner im Gesundheitsbetrieb benötigen. Hier setzte es eine 5,7 auf der Notenskala - eine glatte Ohrfeige für die Universitäten.

Allerdings weicht die Zufriedenheit mit der eigenen Hochschulausbildung je nach Uni erheblich voneinander ab. Am besten schneiden einige medizinische Fakultäten in den neuen Bundesländern ab, so zum Beispiel Jena, Leipzig, Halle und Magdeburg.

In den alten Bundesländern liegen die eigenständigen Medizinischen Hochschulen in Hannover und Lübeck vorne, gefolgt von der Universität Münster. Abgestraft wurden dagegen einige renommierte Universitäten wie München, Bonn und Hamburg.

Trotz des Blicks zurück im Zorn verlief der Berufseinstieg für den größten Teil der Absolventen reibungslos: 97 Prozent der Teilnehmer begannen im Anschluss an die Arzt-im-Praktikum-Phase mit der regulären Mediziner-Laufbahn. Dieser Spitzenwert hängt aber laut CHE mit der Tatsache zusammen, dass nur Absolventen an der Studie teilnahmen, die bereits zugelassene Ärzte sind.

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