Ninja: Manchmal kommen sie wieder - DER SPIEGEL
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Ninja Manchmal kommen sie wieder

Die Ninja gehören zu Japans erfolgreichsten Exportartikeln. Doch bis jetzt war es kaum möglich, die Kampfkunst Ninjutsu offiziell zu erlernen. Dem soll nun Abhilfe geschaffen werden: Demnächst wird die erste Ninja-Schule in Japan eröffnet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wer kennt sie nicht, die Ninja, ganz in schwarz gekleidete, lautlose Hüpfer, die wild mit Wurfsternen um sich werfen und regelmäßig hinter geheimnisvollen Rauchschwaden verschwinden? Historisch gesehen waren es Spione, Kundschafter und Krieger im Dienste der Schogune. Berühmt wurden sie als böse und gesichtslose Auftragskiller in Kinostreifen. Doch schon bald verwandelte sich die Bewunderung des Publikums für die akrobatischen Kämpfer in Belustigung, und die Ninja verschwanden aus den Kinos. Höchstens als Schildkröten, Kinder oder Rentner durften sie von nun an noch ihr Können als lautlose Krieger zeigen. Doch vielleicht steht dem Kinopublikum bald ein Ninja-Revival auf den Leinwänden bevor, denn in Japan soll jetzt die erste offizielle Ninjutsu-Schule eröffnet werden.

Wie das Magazin "Weekly Playboy" berichtete, will die Schule "Koga Iga Ninjutsu Gakuen" ab April Klassen für Ninjutsu, die Kampftechnik der Ninja, eröffnen. Damit wäre die Schule in der Shiga Prefecture die erste in Japan, die ihren Absolventen diese faszinierende Möglichkeit bietet. Bis dato wurden die angeblich im 7. Jahrhundert entwickelten Kampfkünste nur von einzelnen Lehrmeistern weitergegeben - wie man es eben aus den Kinos kennt.

Doch auf die offizielle Anerkennung ihrer mit einem Abschlusszeugnis belegten Fertigkeiten können die zukünftigen Absolventen nicht hoffen, wie Schuldirektor Keiichiro Kashiwagi dem Weekly Playboy mitteilte. "Wir haben nichts besonderes getan oder unternommen. Die Schule wird nicht von der Regierung anerkannt sein." Schade eigentlich, denn gerade die Ninja gehören, neben Mitsubishi und Toyota, zu Japans wohl bekanntesten Exportartikeln. "Sie haben Japan zu einem Platz auf der Landkarte verholfen" wie die in Japan ansässige, englischsprachige Zeitung "Mainichi Daily News" die Bedeutung der schwarz Vermummten für ihr Heimatland einschätzte.

Die Schüler der nach dem Dorf Koga benannten Schule werden sich in insgesamt sieben Fächern bewähren müssen. Dazu gehören unter anderem Unterricht in Ninja Geschichte, Ninja Logik und, als wichtigstes Fach, praktische Kampfübungen. "Wir werden sicher gehen, dass die Leute in der Abwehr von bewaffneten Angriffen ebenso unterrichtet werden wie im Umgang mit Wurfsternen, Schwertern und Ketten" sagte Kashiwagi dem "Weekly Playboy".

Insgesamt wird die Ausbildung 150 Unterrichtseinheiten umfassen. Über Kosten, Unfallversicherung und eventuelle gesundheitliche Gefahren gab Kashiwagi ebensowenig Auskunft wie über das zukünftige Berufsbild seiner Schützlinge. Denn seit auch die japanische Mafia waffentechnisch im 21. Jahrhundert angekommen ist, dürfte die Auftragslage für mit Schwertern bewaffnete Profikiller eher schlecht aussehen. Dann bleibt eben doch nur noch die Leinwand.

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