Private Hochschule Neuss: Insolvenz droht - DER SPIEGEL
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Drohende Pleite Hochschule Neuss stellt Insolvenzantrag

Turbulenzen an der Hochschule Neuss: Wegen der drohenden Insolvenz der privaten Fachhochschule ist die staatliche Anerkennung gefährdet. Rund 280 Studenten bangen um ihren Abschluss.
Screenshot der Hochschul-Webseite: "Kompetent. International. Innovativ." Und bald insolvent?
Screenshot der Hochschul-Webseite: "Kompetent. International. Innovativ." Und bald insolvent?

Screenshot der Hochschul-Webseite: "Kompetent. International. Innovativ." Und bald insolvent?

Foto: Hochschule Neuss
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Der Tweet signalisierte Normalität: "Wunderschöne Aussicht auf den Markt vor der Hochschule. :)", teilte die Hochschule Neuss am Freitagnachmittag zu einem Foto von Menschen in Straßencafés mit.

Doch die Sonne draußen dürfte in Kontrast zur Gemütslage der Hochschulverantwortlichen gestanden haben: Seit Montag vergangener Woche hat an der privaten Fachhochschule in Neuss der vorläufige Insolvenzverwalter das Sagen.

Finanzielle Transaktionen und Zugriff auf das Vermögen dürfen nach einem Beschluss des Amtsgerichts Düsseldorf seither nur noch mit seiner Zustimmung erfolgen. Die Hochschule Neuss für Internationale Wirtschaft GmbH - so der offizielle Name - war 2009 gegründet worden. Sie hatte den Insolvenzantrag wegen "drohender Zahlungsunfähigkeit" selbst gestellt. Für eine Stellungnahme zur finanziellen Schräglage war das Hochschulpräsidium am Montag nicht zu erreichen.

Insolvenzverwalter ist optimistisch

"Ich bin aber zuversichtlich, dass wir das in den Griff kriegen", sagt Michael Bremen. Der Düsseldorfer Anwalt ist vom Amtsgericht als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden, und er bemüht sich um Optimismus: "Die dualen Abschlüsse der Hochschule sind auf dem Markt gefragt, die Hochschule Neuss hat einen festen Platz in der deutschen Hochschullandschaft." Ein entsprechendes Konzept "mit dem Ziel insbesondere der Stärkung der Kapitalbasis" werde derzeit erarbeitet.

Die finanziellen Turbulenzen kommen für die private Fachhochschule zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Ende März läuft die befristete staatliche Anerkennung durch das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium aus. "Das Ministerium prüft, ob die Anerkennung der Hochschule aufgehoben werden muss, weil die Voraussetzungen - unter anderem dauerhafte wirtschaftliche und rechtliche Sicherung des Bestands der Hochschule - nicht mehr vorliegen", erklärt eine Ministeriumssprecherin.

Bestandsgarantie für Studenten

Gleichzeitig gibt sie Entwarnung: "Für die eingeschriebenen Studierenden gilt die Anerkennung aber weiter." Die aktuell rund 280 Bachelor-Studenten könnten, bestätigt auch Insolvenzverwalter Michael Bremen, auf jeden Fall an der Hochschule ihren Abschluss machen. Darüber hinaus werde auch der ab April geplante Master-Studiengang wie vorgesehen starten - denn die Bestandsgarantie, so Bremen, gelte ausdrücklich für alle Studenten, die bis Ende März immatrikuliert sind, auch wenn der Lehrbetrieb erst im April starte.

An der Hochschule selbst geben sich die zwölf Angestellten optimistisch. "Das ganze Team ist an Bord, die Stimmung ist zuversichtlich und sehr gut", sagte eine Mitarbeiterin, nachdem die Belegschaft vom vorläufigen Insolvenzverwalter über die aktuelle Situation informiert worden war.

Dabei ist klar: Sollte die Sanierung gelingen, fängt die Arbeit für die Hochschule Neuss erst richtig an. Denn trotz der staatlichen Anerkennung fehlt bisher noch eine Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat. "Dieses Verfahren wäre normalerweise jetzt eingeleitet worden", heißt es dazu im Düsseldorfer Wissenschaftsministerium. Und die Prüfer des Wissenschaftsrats dürften in den nächsten Monaten besonders genau hinschauen, wenn der Name Hochschule Neuss fällt.

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