Protest gegen Studiengebühren: Goldfische als Geiseln - DER SPIEGEL
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Protest gegen Studiengebühren Goldfische als Geiseln

In Hamburg mündet der energische Protest gegen Studiengebühren in einer verzweifelten Geiselnahme: Der Asta hält drei Goldfische fest. Sie sollen sterben, falls das Studium kostenpflichtig wird. Noch geht es den Tieren gut.
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Hamburg - Proteste brauchen Öffentlichkeit, dachte sich der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) an der Uni Hamburg und machte sich auf den Weg in die Zoohandlung. Drei Goldfische bitte und ein passendes Glas - fertig war die Aktion "Goldfisch".

Seit Ende Mai fristen die drei Tiere mit den Namen "Gebührenfreies Studium", "Demokratie" und "Selbstbestimmtes Studieren" ihr Dasein als Geiseln im Asta-Büro. "Noch geht es allen dreien gut", versichert Asta-Referent Christian Brakel. Täglich kümmere sich der Vorstand persönlich um die Geiseln, und wenn mal keine Zeit sei, werde immer ein Stellvertreter beauftragt.

Das noch friedliche Leben der drei Fische hängt allerdings vom Hamburger Wissenschaftssenator Jörg Dräger und Universitätspräsident Jürgen Lüthje ab. Denn sollte das neue Hochschulgesetz in Kraft treten, sei Schluss mit Gebührenfreiheit, Selbstbestimmung und Demokratie an der Uni, sagt der Asta. Neben Studiengebühren für alle und Zwangsexmatrikulation von Langzeitstudenten stünden dann auch das Recht auf freie Meinungsäußerung und akademische Selbstverwaltung auf dem Spiel. Und das hieße: Die Geiseln müssen sterben, auch wenn der Asta momentan noch von "irgendwie verschwinden" spricht.

Allerdings will der Asta seine Geiseln nicht völlig ihrem Schicksal überlassen. Noch protestieren die Studenten auch mit herkömmlichen Mitteln wie Demonstration und Plakaten gegen Pläne des Senats. Am Mittwoch gingen rund 2800 Studenten auf die Straße und machten deutlich, dass ihre "Bildung not for sale" sei.

Dass es den Fischen tatsächlich an den Kragen gehen könnte, bezweifelt allerdings selbst der Asta. "Wenn die Änderungen tatsächlich kommen, ist für die Goldfische keinesfalls mehr Platz an dieser Uni", stellt Brakel klar. Allerdings könne er sich vorstellen, dass es noch andere Hochschulen gibt, die für die Hamburger Geiseln Verwendung hätten. Asylanträge würden positiv beschieden. "Schließlich sind wir ein mehrheitlich grüner Asta", sagt Brakel.

Stefan Locke

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