"Queer Theory" Verquere Disziplin
Vor zwei Jahren griffen Hamburger Studenten zu einer ungewöhnlichen Protestform: Sie ernannten Deutschlands bekannteste Dragqueen, Olivia Jones, symbolisch zur Ehrenprofessorin. Doch die Aktion half nichts: Die Universität kippte die bundesweit einzigartige Professur für "Queer Theory", angeblich aus Geldmangel.
Nun will die Philosophin Antke Engel - seinerzeit auf der Berufungsliste - die exotische Disziplin im privaten "Institut für Queer Theory" weiterbetreiben. Das Angebot soll sich vor allem an Postgraduierte richten. Laut Engel werden in Deutschland derzeit rund ein Dutzend Promotionen in dem Fach geschrieben, ein weiteres Dutzend ist bereits fertiggestellt.
Die "Queer Theory" untersucht, welche Vorstellungen das gängige Verständnis von Geschlecht und Sexualität prägen. Die Kategorien Mann und Frau werden nicht als biologisch gegeben betrachtet, sondern als gesellschaftlich gestaltet.
In der Ausschreibung für die Hamburger Professur hieß es seinerzeit, Kandidaten müssten sich mit "Transsexualität, Transgender, Bisexualität und Homosexualität" auskennen sowie über "Heteronormativität und Zweigeschlechtlichkeit" reflektieren" (UniSPIEGEL 1/2003).