Schwarze Studenten an Elite-Unis in Florida - DER SPIEGEL
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Jeb-Bush-Erlass Weniger Schwarze an Floridas Spitzen-Unis

An Floridas Top-Hochschulen sinkt die Zahl schwarzer Studenten, seit Gouverneur Jeb Bush vor 15 Jahren die Bevorzugung ethnischer Minderheiten in seinem Staat abschaffte. Werden die Spitzen-Unis zu Klubs der Weißen?
Absolventen in Florida: "Geht ihr aufs College nebenan?"
Absolventen in Florida: "Geht ihr aufs College nebenan?"

Absolventen in Florida: "Geht ihr aufs College nebenan?"

Foto: Alex Menendez / AP
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An Floridas renommiertesten Universitäten sinkt der Anteil der schwarzen Studenten stetig. Verantwortliche der University of Florida in Gainesville und der Florida State University in Tallahassee befürchten nun, die Hochschulen könnten wegen mangelnder Diversität ihren Ruf als Weltklasse-Hochschulen verlieren.

Gab es 2011 noch neun Prozent schwarze Erstsemester an der University of Florida, waren es zwei Jahre später nur noch sechs Prozent, wie die "Washington Post" berichtet.   An der staatlichen Uni von Florida ging der Anteil schwarzer Erstsemesterstudenten zwischen 2000 und 2009 um 15 Prozent zurück.

"Wenn wir uns in den nächsten zwei oder drei Jahren nicht darum kümmern, werden wir ein Problem bekommen", sagt Brandon Brown, der stellvertretende Vizepräsident für studentische Angelegenheiten an der Florida State University. "Wir werden so wenige schwarze Studenten auf unserem Campus haben, dass Schwarze nicht zu uns zu kommen, weil sie niemanden mehr sehen werden, der so aussieht wie sie."

Jeb Bush, der Ex-Gouverneur von Florida, ließ vor 15 Jahren durchsetzen,  dass Studenten nicht mehr aufgrund ihrer ethnischen Herkunft bevorzugt an Universitäten im US-Bundesstaat angenommen werden dürften. Stattdessen führte Bush eine Bestenquote für Highschool-Schüler ein. Den besten 20 Prozent sollte ein Platz an einer der elf Unis des Bundestaates sicher sein. Bush argumentierte, damit werde die ethnische Vielfalt erhöht.

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Jeb ist der Bruder des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush. Möglich, dass der kleine Bush in die Fußstapfen seines Bruders tritt und schon bald in das republikanische Präsidentschaftswahlen-Rennen einsteigt. Jeb Bush war der einzige Gouverneur, der die sogenannte Affirmative Action, also die Bevorzugung von Uni-Bewerbern einer ethnischen Gruppe, abschaffte. In sieben weiteren Staaten kippte die Bevölkerungsmehrheit die Regel für mehr Vielfalt in einem Referendum. Solche Referenden wurden jüngst von Amerikas höchstem Gericht, dem Supreme Court, für rechtens erklärt.

Bush ist nach wie vor stolz auf seine einsame Entscheidung von vor 15 Jahren: "Wir haben das System abgeschafft, in dem mehr afro- und hispanoamerikanische Kids an unsere Unis gelassen wurden." Vorher sei das System diskriminierend gewesen. Der Kampf gegen die Zulassungsregeln ist seit Jahren ein Kernthema republikanischer Stammwähler, die sich durch Affirmative Action diskriminiert sehen.

Eine Seltenheit auf dem Campus

Laut "Washington Post" sind schwarze Studenten in Florida meist in regionalen und weitaus weniger renommierten Hochschulen eingeschrieben - etwa an der University of Central Florida in Orlando, der University of South Florida in Tampa und der Florida International University in Miami. An der University of Florida sagen afroamerikanische Studenten bereits, sie seien so selten, dass Besucher auf dem Campus schon gefragt hätten, ob sie auf ein benachbartes College gingen, schreibt die "Post".

Bush stammt aus einer weißen Politikerdynastie aus Neuengland und wurde in Texas geboren. Für Aufsehen sorgte nun ein "New York Times"-Bericht, demzufolge Bush sich vor sechs Jahren bei der Wählerregistrierung in Florida auf einem Formuar selbst zum "hispanic" machte. Bush sagte, das sei ein Versehen gewesen. Einen Vorteil bei einer Uni-Bewerbung kann der 62-Jährige in seinem Bundesstaat jedenfalls nicht im Sinn gehabt haben.

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kha