Stipendien in Serie: Ein professioneller Einmischer - DER SPIEGEL
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Stipendien in Serie Ein professioneller Einmischer

Das Abitur am Abendgymnasium war die "persönliche Prüfung". Heute studiert Ingo Kübler mit Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung Geschichte und Soziologie in Düsseldorf - und möchte dann in die PR-Arbeit einsteigen.
Von Britta Heidemann
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"Ich habe mich immer schon eingemischt", sagt Ingo Kübler, "mit Hilfe des Studiums wollte ich das Einmischen professioneller gestalten." Die deutsche Arbeits- und Tarifpolitik faszinierte ihn früh: Schon als 16-jähriger Azubi bei der Telekom war er Jugendvertreter im Betriebsrat, engagierte sich in der Postgewerkschaft. Nach der Ausbildung absolvierte er in Duisburg das Abitur am Abendgymnasium. "Das war auch eine persönliche Prüfung für mich, ob ich Schule und Beruf vereinen kann." Er bestand die Prüfung.

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Die Gewerkschafts-Kollegen schlugen Ingo Kübler daraufhin für ein Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung vor. Seit neun Semester studiert er nun in Düsseldorf Geschichte und Soziologie. Ein mögliches Thema ist für die Magisterarbeit ist die Montanunion und Fritz Thyssen: "Die Montanunion 1952, das war ja quasi der Anfang der Europäischen Union...". Schnell gerät er ins Erzählen bei diesem Thema. Mit der Magisterarbeit wird seine wissenschaftliche Laufbahn aber wohl trotzdem beendet sein. Denn seine studentische Hilfskraft-Tätigkeit und ein Praktikum in einem wissenschaftlichen Institut haben die "Institution Universität" für ihn "entzaubert".

Stattdessen soll es die PR-Arbeit werden. Das "umfangreiche Praktikantenprogramm", bei dem die Stiftung jährlich 300 Schnupperkurse mit rund einer Million Mark bezuschusst, ist auch ihm zugute gekommen. "Ich habe ein Praktikum beim DGB-Infodienst gemacht, in der Redaktion der Zeitschrift ‚Einblick'". Zuvor hatte er bei einem Marketing-Projekt Spaß an der PR-Arbeit gefunden - eine Präsentation vorbereitet, einen "Event kreiert", fern jeder gewerkschaftlichen Arbeit.

"Die Stiftung unterstützt mich", ist er sich sicher, auch wenn er sich nun auf dem weiten Feld der Öffentlichkeitsarbeit umsieht: "Das Berufsfeld ist ausbaufähig, da werden in den nächsten Jahren bis zu 40.000 Leute gesucht". Und schließlich verpflichte man sich ja nicht, nach dem Stipendienprogramm Gewerkschaftsfunktionär zu werden.

Als Gutachter der Stiftung achtet Ingo Kübler dennoch darauf, dass die Bewerber um das Stipendienprogramm gewerkschaftliches oder gesellschaftspolitisches Engagement vorweisen: "Zwei Drittel unserer Stipendiaten sind Gewerkschaftsmitglieder."



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