Studenten in Bangladesch Küssen verboten
Historische Beispiele belegen es: Die gefährlichsten Liebesgeschichten sind fast immer auch die romantischsten. Die Studenten an der Universität von Dhaka in Bangladesch sollten sich also eigentlich freuen, denn ihnen steht ab sofort eine sehr romantische Studienzeit bevor. Denn die Behörden des südostasiatischen Staates haben den Studenten öffentliches Schmusen und Küssen auf dem Unigelände verboten - bei Zuwiderhandlungen drohen Verhaftungen und strenge Strafen.
Die 18.000 Studenten müssen also aufpassen, bevor sie sich in "anrüchigen Posen" zeigen. Offiziell wird das laut dpa am Donnerstag verkündete Verbot mit dem Kampf gegen Drogen und Prostitution begründet. Doch Kritiker der islamischen Regierung vermuten, dass sich die Anordnung eher gegen die Universität selbst richtet. Denn die Hochschule gilt als religiös unabhängig - was einigen Politikern schon lange ein Dorn im Auge war.
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Auch an anderen Lehreinrichtungen des Landes, etwa an der American International School in Dhaka, ist Küssen nicht erlaubt. Teenager, die sich nicht an das Kuschel- und Knutschverbot halten, müssen mit strengen Disziplinarstrafen rechnen.
Die Verliebten an der Universität von Dhaka waren bislang jedoch mehr Freiheiten gewohnt. Mit dem Verbot wollen sie sich noch nicht so recht abfinden. So empört sich die uneinsichtige Studentin Farzana Akhtar: "Die Behörden versuchen, die Universität auf den Stand von 1920 zurückzubringen, als männliche und weibliche Studenten eine Erlaubnis brauchten, wenn sie miteinander reden wollten". Manchmal erkennt man Romantik eben erst im Nachhinein.