Studenten-Satellit schweigt Sseti, bitte melden!
Die Europäische Raumfahrtagentur ESA hat den Kontakt zu dem von Studenten gebauten Satelliten Sseti-Express verloren, der vergangene Woche ins All geschossen worden war. Wegen eines vorübergehenden Ausfalls im elektrischen System habe der Satellit seine Batterien nicht mehr aufladen können, erläuterte ein ESA-Vertreter in Moskau die Panne.
Es bestehe aber noch Hoffnung, dass der Kontakt wieder aufgenommen werden könne. Zu einem der insgesamt drei Mikrosatelliten, die sich nach Erreichen der Umlaufbahn von Sseti abtrennen sollten, verloren die Forscher ebenfalls den Kontakt. Dagegen klappt zum Beispiel die Funkverbindung zum ein Kilo schweren Mini-Satelliten "UWE-1", der von Würzburger Informatikstudenten gebaut wurde und nach Plan funktioniert.
Am Bau des 120 Kilogramm schweren Sseti-Satelliten waren 23 Universitäts-Teams aus zwölf Ländern beteiligt. Er soll unter anderem Fotos von der Erde machen und als Radio-Transponder dienen.
"Die Sseti-Teams sind natürlich enttäuscht, doch die Mission war aus pädagogischer und technischer Hinsicht dennoch ein Erfolg", sagte Projektleiter Neil Melville. "Die Studenten haben jetzt wirklich alle Aspekte einer Weltraummission miterlebt."
Der Satellit war am vergangenen Donnerstag an Bord einer Rakete vom russischen Kosmodrom Plesetsk gestartet. Nachdem erste Signale aus dem All am Boden empfangen worden waren, brach der Kontakt am Freitag ab. Deutschland ist in dem Projekt mit den Universitäten Stuttgart, Würzburg und Dortmund vertreten.
Der in weniger als zwei Jahren fertig gestellte Satellit ist das erste Produkt der im Jahr 2000 gestarteten studentischen Weltrauminitiative Sseti (Student Space Exploration and Technology Initiative) der ESA. Die Teams koordinierten ihre Arbeiten vor allem über das Internet. Ein weiterer Studentensatellit soll voraussichtlich 2008 starten. Zwischen 2010 und 2012 ist eine Sseti-Satellitenmission zum Mond geplant, für die derzeit erste Vorstudien laufen.