Studentenbefragung des SPIEGEL: Die Methode - DER SPIEGEL
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Studentenbefragung des SPIEGEL Die Methode

Bei der Online-Umfrage wurden mehrere Kriterien abgefragt. Für die Rankings zählten nur die Angaben der Studenten im Hauptstudium. Je nach Fach wurden die Angaben unterschiedlich gewertet. Ein wissenschaftlicher Beirat begleitete die Erhebung.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Über 80.000 Studenten haben sich zwischen Ende April und Ende Juli an der Online-Umfrage "Studentenspiegel" (www.studentenspiegel.de) beteiligt, einer gemeinsamen Initiative des Beratungsunternehmens McKinsey & Company, des Internet-Dienstleisters AOL und des SPIEGEL. Dabei wurden die Studenten zu ihren Werdegängen, ihren Erfahrungen und Qualifikationen befragt.

Die Kriterien im Einzelnen:

  • Abitur-, Universitäts- und Examensnoten
  • Studiendauer und Alter
  • Stipendien, Preise und Veröffentlichungen
  • Sprachkenntnisse
  • EDV-Kenntnisse
  • Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft
  • Berufserfahrung
  • Praktika
  • Auslandserfahrung und Mobilität
  • Engagement außerhalb der Universität
Die Liste der Merkmale beruht unter anderem auf Auswertungen von Absolventenstudien, Arbeitgeberbefragungen und Stellenanzeigen. Ziel der Aktion war es einerseits, den Studenten zu helfen, ihre eigenen Stärken und Schwächen besser einzuschätzen. Jeder Teilnehmer bekam ein persönliches Profil zugeschickt, mit dessen Hilfe er sich mit seinen Kommilitonen vergleichen konnte.

Andererseits wurden bundesweit Erkenntnisse über die unterschiedlichen Fähigkeiten von Studenten gewonnen. Die Umfrage via Internet war möglich, weil in Deutschland praktisch jeder Student über einen Internetzugang und eine E-Mail-Adresse verfügt. Um möglichst viele Teilnehmer zu gewinnen, wurde eine medienübergreifende Informationskampagne gestartet.

Die Studie konzentriert sich auf 15 häufig gewählte Fächer an Universitäten. Für die Rankings wurden nur Studierende im Hauptstudium herangezogen. Es wurden nur Fach-Uni-Kombinationen betrachtet, an denen mindestens 18 Studenten den Fragebogen ausgefüllt haben - insgesamt 582 Fachbereiche. Von größeren Fakultäten mit mehr als 200 Studenten im Hauptstudium konnten bundesweit nur 10 wegen zu geringer Teilnehmerzahl nicht berücksichtigt werden.

Für die im SPIEGEL veröffentlichten Ergebnisse wurden knapp 50000 Fragebögen analysiert. Zahlreiche technische, methodische und inhaltliche Filter verhinderten Falsch- oder Mehrfacheingaben und sorgten für eine hohe Datenqualität. Die Antworten zu den einzelnen Fragen wurden jeweils in Punktwerte übersetzt. So ergab sich der Punktwert für das Kriterium Praktika aus der Dauer eines Praktikums, Art der Tätigkeit und Größe des Unternehmens oder der Organisationen. Die einzelnen Kriterien wiederum wurden je nach Fach unterschiedlich gewichtet.

Bei den Fächer-Rankings wurde ermittelt, auf welchen durchschnittlichen Gesamtwert die Studenten an der jeweiligen Uni kommen - woraus sich der Rangplatz des betreffenden Faches ergab. Darüber hinaus wurde errechnet, wie hoch der Anteil der Studenten einer Uni ist, die in ihrem Fach bundesweit zu den oberen 10 Prozent gehören.

In die Gesamt-Rangliste wurden nur Hochschulen einbezogen, die mindestens 8 der 15 untersuchten Fächer anbieten. Diesen Universitäten brachten die Platzierungen in den einzelnen Fächern unterschiedlich viele Punkte: Je nachdem, ob die Universitäten im unteren, mittleren oder oberen Drittel eines Fächer-Rankings lagen, erhielten sie einen, zwei oder drei Punkte. Die Einordnung der Unis in unteres, mittleres oder oberes Drittel erfolgte dabei nach einer einfachen Drittel-Logik, das heißt: Die ersten 33 Prozzent der Universitäten gehören zum oberen, die zweiten 33 Prozent zum mittleren und die letzten 33 Prozent zum unteren Drittel.

Begleitet und unterstützt wurde die Entwicklung der Methodik wie die Befragung durch einen wissenschaftlichen Beirat: Er bestand aus Gerhard Arminger, Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsstatistik an der Universität Wuppertal, sowie Manfred Deistler vom Institut für Wirtschaftsmathematik, Forschungsgruppe Ökonometrie und Systemtheorie, an der Technischen Universität Wien. Wegen der besonderen Anforderungen einer On-line-Befragung hat zudem Martin Weichbold mitgearbeitet, der sich derzeit am Institut für Kultursoziologie der Universität Salzburg zum Thema Online-Befragungen habilitiert.

"Diese Studie ist ein wahrer Durchbruch auf dem Gebiet der Online-Befragungen", betont Statistiker Arminger. Von rund 380000 potenziellen Teilnehmern - Studenten im Hauptstudium in den 15 Fächern - haben sich über 50000 beteiligt. Diese Beteiligungsquote sei "einfach sensationell", so Mathematiker Deistler: "Eine so erfolgreiche Umfrage via Internet hat es noch nie gegeben." Eine ausführlichere Darstellung der Methode findet sich unter www.studentenspiegel.de .

Die Website ist weiter freigeschaltet und bietet auch in Zukunft Studenten die Gelegenheit, sich mit ihren Kommilitonen zu vergleichen.

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