Studentenprotest: 100 Rückansichten für Condi - DER SPIEGEL
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Studentenprotest 100 Rückansichten für Condi

Eine Feierstunde des Boston College für die amerikanische Außenministerin geriet zur Protestkundgebung gegen die US-Außenpolitik. Die Hochschule ehre durch die Auszeichnung "die Lüge und die Folter", so war auf einem Transparent zu lesen.
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Eigentlich hätte es ein Tag zum Feiern für US-Außenministerin Condoleezza Rice werden sollen. Schließlich wurde die 51-Jährige am Montag mit der Ehrendoktorwürde des Boston College ausgezeichnet. Doch längst nicht alle der etwa 20.000 bei der Zeremonie im Stadion der Hochschule anwesenden Gäste waren Rice wohlgesonnen: Rund 100 Studenten und Lehrer kehrten ihr demonstrativ den Rücken zu.

Sie trugen Armbinden mit der Aufschrift "Nicht in meinem Namen". Auf einem großen Transparent, das aber in Windeseile von einem Polizisten entfernt wurde, war zu lesen: "BC (Boston College) ehrt die Lüge und die Folter".

Direkt vor der Ankunft der Ministerin überflog mehrmals ein Flugzeug das Stadion, im Schlepptau ein Banner mit der Aufschrift "Ihr Krieg ist eine Schande". Zahlreiche Gäste drückten allerdings auch ihre Zustimmung für Rice aus und applaudierten ihr.

Die Ehrung für die Außenministerin hatte die Universität, die zum Jesuitenorden gehört, bereits im Vorfeld gespalten. Seitdem die Entscheidung Anfang des Monats bekannt gegeben worden war, hatte jeder Fünfte der etwa 1000 Dozenten eine Petition gegen den Besuch von Rice unterschrieben. Der Anglistik-Professor Steve Almond hatte sogar gekündigt. Andere wie der Politikwissenschaftler Marc Landy hatten den Protest gegen Rice hingegen als "grotesken Fehler" bezeichnet.

chs/AFP/Reuters