Studentenproteste: Kampf der Sprüche - DER SPIEGEL
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Studentenproteste Kampf der Sprüche

Tausende Studenten sind in Berlin, Hannover, München und in anderen Städten auf die Straße gegangen, um gegen Sparmaßnahmen an den Universitäten und Fachhochschulen zu protestieren. Besonders im vermeintlichen Bildungswunderland Bayern tobte ein Kampf der Sprüche zwischen Politik und Hochschule.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Demo-Lied "Skandal im Sparbezirk"

"In München steht ein Hofbräuhaus,
doch Unis müssen leider raus,
damit in dieser schönen Stadt
die Bildung keine Chance hat.


Doch jeder ist gut informiert,
weil Edi täglich inseriert,
denn wenn du kräftig sparen musst,
dann ist jetzt mit der Uni Schluss!


Und draußen vor dem Arbeitsamt
steh'n die Assis schon in Schlange an!
Skandal im Sparbezirk, Skandal im Sparbezirk,
Skandal, Skandal um Edi!"





"Stoiber will die Quadratur des Kreises - die Studierendenzahlen sollen steigen, und das Bildungswesen soll schrumpfen!"

Florian Friesdorf, Vorsitzender des Fachschaftsrats der Technischen Universität München, am 20. November




"Bayern möchte sonst Spitze sein in Deutschland ... - und jetzt ist es Spitze im Rückbau der Hochschulen."

Marion Schick, Präsidentin der Fachhochschule München, am 20. November





"Wir investieren in unsere Hochschulen. Sie sollen international in der ersten Liga spielen."

Edmund Stoiber, bayerischer Ministerpräsident, am 6. November





"Wie stellen Sie sich das in der Praxis vor, wenn keiner mehr da ist, der die Studierenden ausbildet?"

Alex Nawrath, Studentenvertreter an der Ludwig-Maximilians-Universität München, am 20. November





"Natürlich habe ich nicht erwartet, dass als allererstes so große Einsparungen ins Haus stehen und dass man Menschen sagen muss, dass sie sich beschränken müssen. Aber man kann sich eben die Zeiten nicht aussuchen."

Thomas Goppel, neuer bayerischer Wissenschaftsminister, am 15. November




"Ich selbst war Asta-Vorsitzender in den wilden Jahren 1964/65 an der Münchner Uni und habe damals selbst Studentendemonstrationen angeführt. Wenn ich heute Student wäre, würde ich möglicherweise auch mitmarschieren."

Kurt Faltlhauser, bayerischer Finanzminister, am 20. November




"Das käme einer Brandrodung an der Hochschule gleich."

Bernd Huber, Rektor an der Ludwig-Maximilians-Universität München, am 22. November