Studiengänge Hochschulen erfinden immer mehr Masterabschlüsse
Jede Menge schöne Abschlüsse: Bachelor- und Masterabsolventen der "Hamburg School of Business Administration"
Foto: Axel Heimken/ picture alliance / dpaVon "Altbauinstandsetzung" und "Abenteuerpädagogik" bis "Zukunftsforschung" und "zerstörungsfreie Prüfung": Deutschlands Hochschulen halten für jedes denkbare Spezialinteresse einen passenden weiterführenden Studiengang bereit. 7689 Masterstudiengänge boten die Unis und FHs im laufenden Wintersemester an. Damit übersteigt die Zahl der Master-Programme erstmals die der Bachelorstudiengänge.
Wer sich heute an einer Hochschule einschreibt, kann aus 7685 Bachelorstudiengängen auswählen. Das zeigt eine aktuelle Statistik der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Ausgewertet wurden dafür die Datenbank "Hochschulkompass ", in der Studieninteressierte die Angebote der Hochschulen durchsuchen können.
Der Erfindungsreichtum der Hochschulen bei Masterstudiengängen stieß schon öfter auf Kritik. Der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde, bemängelt nun, dass die Angebote im Masterbereich oft nicht mit den Wünschen der Studenten übereinstimmten.
Gerade in den Master-Studiengängen blieben viele Studienplätze unbesetzt, sagte Meyer auf der Heyde am Montag im Deutschlandradio Kultur . "Hier stellt sich natürlich die Frage, ob das Angebot dann auch der Nachfrage folgt, das heißt also, ob die Studierenden möglicherweise nicht andere Masterstudiengänge studieren wollen."
Ein Hinweis darauf mag die Zahl der Zulassungsbeschränkungen sein. Während den HRK-Zahlen zufolge gut die Hälfte der Bachelorstudiengänge mit einer Hürde belegt ist, gilt dies nur für ein gutes Drittel aller Masterprogramme. Gut möglich also, dass es für viele Angebote nicht genug Bewerber gibt.
Doch auch in den stark nachgefragten, zulassungsbeschränkten Fächern bleiben viele Plätze frei. Im laufenden Wintersemester haben die Universitäten und Fachhochschulen mindestens 14.500 Studienplätze unbesetzt gelassen. Im Master-Bereich blieben demnach vor allem an den Universitäten in Mecklenburg-Vorpommern 26,4 Prozent und damit mehr als ein Viertel der Plätze frei.
Meyer auf der Heyde vom Studentenwerk fordert die Hochschulen dazu auf, sich verstärkt am zentralen Vergabeverfahren der Stiftung für Hochschulzulassung zu beteiligen.