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Asien vor Europa / Repetitor Online / Bibliotheken in Not / Widerstand gegen Bachelor
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ASIEN VOR EUROPA

Deutsche Studenten sind an US-amerikanischen Hochschulen keine bedeutende Größe. Im Studienjahr 1999/2000 stammten gerade einmal 9800 der insgesamt 514 700 ausländischen Studenten aus der Bundesrepublik. Im internationalen Vergleich, so eine Untersuchung des Institute of International Education in New York, liegt Deutschland damit nur auf dem elften Platz hinter Ländern wie der Türkei, Thailand oder Indonesien. Aus China, Japan, Indien und Südkorea waren jeweils sogar über 40 000 Studenten an Universitäten zwischen Boston und San Francisco immatrikuliert. 54 Prozent aller ausländischen Studierenden in den USA stammten aus Asien, aus Europa nur 15 Prozent.


REPETITOR ONLINE

Die meisten angehenden Juristen büffeln mit Hilfe eines Repetitors für das Erste Staatsexamen. Wer will, kann sich demnächst den Gang in volle Übungsräume sparen ­ und stattdessen via Internet für die Abschlussprüfung pauken. Zwei Juraprofessoren der Uni Saarbrücken haben mit einem großen Repetitorien-Anbieter die erste Online-Nachhilfe für Juristen entwickelt. "eJura" umfasst den Prüfungsstoff im Zivil- und Strafrecht sowie im Öffentlichen Recht. "Wir stellen nicht bloß die üblichen Materialien ins Netz", sagt Maximilian Herberger von der Saarbrücker Uni, "vielmehr finden die Teilnehmer interaktive Lernfragen, Multiple-Choice-Tests, Lückentexte und Übungsfälle." Die Antworten werden durch das Programm oder durch Trainer korrigiert. Der erste einjährige Kurs startet im Herbst, zurzeit gibt es eine Test-Version. Für Studenten der Saar-Uni ist das Angebot kostenlos, alle anderen müssen Gebühren bezahlen. www.e-jura-pilot.de 


LEERE REGALE

Der Gang in die Uni-Bibliothek bedeutet für immer mehr Studenten: leere Regale, ausgeliehene oder veraltete Bücher, abbestellte Fachzeitschriften, lange Wartezeiten, teure Fernleihen. Gut ist die Literaturversorgung an den deutschen Unis schon lange nicht mehr ­ jetzt steht sie endgültig vor dem Kollaps. "Nur in diesem Jahr können wir mehr als eine halbe Million dringend benötigter Bücher nicht anschaffen", klagt der Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände, Georg Ruppelt. Hintergrund: Wissenschaftliche Bücher und Zeitschriften sind in den vergangenen drei Jahren teilweise um mehr als 50 Prozent teurer geworden, die Bibliotheksetats wurden jedoch vielerorts eingefroren. "Wir laufen Gefahr, vom internationalen Wissen abgeschnitten zu werden", warnt Elmar Mittler, Leiter der Universitätsbibliothek in Göttingen. Dort fehlen allein im laufenden Jahr mehr als 400 000 Mark.


BACHELOR ­ NEIN DANKE!

Anfang 2001: Ganz Hochschul-Deutschland schwelgt in Begeisterung über neue Bachelor- und Master-Studiengänge (BA/MA). Ganz Hochschul-Deutschland? Nein! Die Fakultätentage, in denen sich die einzelnen Fächer bundesweit zusammengeschlossen haben, machen Front gegen die gestuften Studiengänge. In Jena gründeten sie kürzlich einen neuen hochschulpolitischen Dachverband, den Allgemeinen Fakultätentag, der unter anderem den Widerstand gegen die inzwischen rund 600 BA/MA-Studienangebote artikulieren soll. So kritisiert der stellvertretende Vorsitzende, der Jenaer Jurist Peter M. Huber: "Wir wollen nicht alle unsere bewährten deutschen Abschlüsse und Qualitätsstandards nach dem Vorbild drittklassiger amerikanischer Provinz-Universitäten ausrichten." Auch die Abschaffung der Habilitation und die von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) geplante Besoldungsreform für Professoren will der Allgemeine Fakultätentag verhindern. Dabei soll der neue Verband die Hochschulrektorenkonferenz als Interessenvertretung der Universitäten und Fachhochschulen zwar nicht ablösen, so Jurist Huber: "Aber wir sind die Einzigen, die die Nöte und Forderungen der einzelnen Fächer kennen."