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EINEN BLAUEN FÜR FRAUEN
Studentinnen sind in den Ingenieurwissenschaften noch immer ausgesprochen exotische Wesen; allen Förder- und Überredungsversuchen zum Trotz stagniert ihr Anteil seit Jahren zwischen 10 und 20 Prozent. Die Universität Dortmund will nun mit finanziellen Anreizen den Frauenanteil erhöhen. Studienanfängerinnen in Maschinenbau erhalten ab sofort pro Monat 100 Mark für Bücher oder Software und das bis zu zehn Semester lang. Vergeben werden die Stipendien von der Fakultät für Maschinenbau und der Karl-Kolle-Stiftung. Zwar geht man auch an der Uni davon aus, dass sich niemand nur wegen des blauen Scheins für das Maschinenbaustudium entscheiden werde. "Aber Aufmerksamkeit wecken kann das Stipendium durchaus", so ein Sprecher.
Infos: Diplom-Ingenieurin Charlotte Beerwald, Tel.: 0231 / 7552402, E-Mail: beerwald@lfu.mb.uni-dortmund.de
INVESTITION IN INTELLIGENZ
Glänzende Noten, Erfolg versprechende Ausstrahlung ein Kandidat für die Chefetage? So fragen nicht nur Personalchefs, sondern bald auch Investmentbanker der Hamburger Vereins- und Westbank. Deren Mitarbeiter entwickeln einen Anlagefonds, der die Hochschulausbildung von aussichtsreichen Studenten finanziert. Der Fonds "Braininvest" entsteht in Zusammenarbeit mit der Hamburger Privathochschule Northern Institute of Technology und soll Studierenden aus aller Welt zugute kommen. Im Fall des erwarteten Aufstiegs auf der Karriereleiter muss der Stipendiat das Geld zurückzahlen je nach Einkommen bis zum doppelten Betrag der Unterstützung. Bei geringem Verdienst oder Arbeitslosigkeit soll die Schuld gestundet oder erlassen werden.
STIFTEN GEHEN?
Gehört den "Stiftungs-Universitäten" die Zukunft? Sie können sich ihre Studenten selbst aussuchen, mit frei verhandelbaren Gehältern Professoren aus aller Welt anwerben und im Wettbewerb untereinander exzellente Forschung und Lehre anbieten. Studiengebühren fließen reichlich, vor allem aber Gelder aus Unternehmen und Betrieben. Und über allem wacht eine Art Aufsichtsrat mit Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. In Niedersachsen und Hamburg sollen die Unis nach den neuen Landeshochschulgesetzen in Zukunft zu Stiftungen privaten Rechts umgewandelt werden können, in Berlin gibt es Überlegungen zur Privatisierung der Freien Universität. Als Stiftungskapital wollen die Länder den Hochschulen Gebäude und Grundstücke überlassen und ihnen zudem einen jährlichen Zuschuss garantieren. Befürworter der Idee, wie Niedersachsens Wissenschaftsminister Thomas Oppermann (SPD) und Hamburgs Uni-Präsident Jürgen Lüthje, erhoffen sich mehr privates Kapital und eine bessere Integration der Hochschulen in die Gesellschaft. "Die Unis wären endlich unabhängiger vom Staat und von seiner Wissenschaftsverwaltung", so Lüthje. Kritiker sehen unter dem Diktat des Wettbewerbs Grundlagenforschung und breite Studentenausbildung in Gefahr.
GEBÜHREN ZEIGEN WIRKUNG
Jahrelang war die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) die größte deutsche Hochschule. Nun muss sie einen deutlichen Rückgang der Studentenzahlen verzeichnen. Im vergangenen Jahr waren rund 60 000 Hochschüler an der LMU eingeschrieben, jetzt sind es nur noch 42 000. Schuld daran sind nach Ansicht der Uni nicht etwa verschlechterte Bedingungen, sondern die jetzt in Bayern fälligen Studiengebühren. Ein Zweitstudium im Freistaat kostet 1000 Mark pro Semester, was nicht nur ernsthaft Interessierten zu viel sei, so eine Uni-Sprecherin. "Vor allem viele Scheinstudenten fallen jetzt weg." So nimmt es die LMU auch gelassen, dass sie in der Rangliste der Studentenzahlen nur noch Platz vier belegt. Unangefochten vorn liegt hier die Uni Köln mit 60 000 Studenten, gefolgt von der Freien Universität Berlin mit 43 000 und der Uni Münster mit 42 500 Eingeschriebenen.