Studieren: Studium - Nein danke - DER SPIEGEL
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Studieren Studium - Nein danke

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein Gespenst geht um an Deutschlands Hochschulen ­ das Gespenst der leeren Hörsäle. Das Interesse am Studium ist auf einem Tiefpunkt angelangt. "Nur noch 68 Prozent der Studienberechtigten wollen auch studieren, 1990 waren es noch 82 Prozent", stellt das Hannoveraner Hochschul-Informations-System (HIS) in seiner neuen Prognose fest. Jeder vierte Abiturient und sogar jeder zweite Schulabgänger mit Fachhochschulreife sagt inzwischen "Studium ­ nein danke!" Besonders grassiert die Studier-Unlust in den Naturwissenschaften und Technikfächern. An einigen Technischen Hochschulen sind schon jetzt ein Drittel weniger Studenten als vor zehn Jahren eingeschrieben, Tendenz weiter fallend. Auch das Interesse an Medizin, Zahnmedizin oder Pharmazie ist deutlich zurückgegangen, und im einstmals überlaufenen Fach Jura erhielt zum Sommersemester sogar jeder Bewerber einen Studienplatz. Politik und Wirtschaft sind angesichts des Abwärtstrends verschreckt und wollen Schulabgänger nun mit Werbekampagnen zum Studieren überreden. Die Hochschulen geben sich zurückhaltender. "Wir haben nicht zu wenig Studienanfänger, sondern eine schlechte Verteilung auf die Fächer", so Klaus Landfried, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz. So sei etwa der Mangel bei Biologen und Ingenieuren Besorgnis erregend, "aber im Modefach Informatik wissen wir schon gar nicht mehr, wohin mit den neuen Studenten."