Südafrika: - DER SPIEGEL
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Südafrika Bezirk vergibt Uni-Stipendium ausschließlich an Jungfrauen

Ein Stipendium nur für Jungfrauen: Ein Distrikt in Südafrika fördert 16 junge Frauen, die nachweislich keinen Sex hatten - und abstinent bleiben. Regelmäßige Untersuchungen sollen das belegen. Frauenrechtlerinnen sind entsetzt.
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Ein Bezirk in Südafrika hat ein Stipendium vergeben, das sich an jungfräuliche Schulabsolventinnen mit ausgezeichneten Noten richtet, sagte ein Behördensprecher im südöstliche Distrikt Uthukela am Freitag. Bürgermeisterin Dudu Mazibuko wolle junge Mädchen dadurch ermutigen, "rein und sexuell inaktiv zu bleiben, um sich auf ihr Studium zu konzentrieren zu können".

Die geförderten Studentinnen müssen sich regelmäßigen Gesundheitstests unterziehen. "Das Stipendium wird ihnen aberkannt, falls sie ihre Unschuld verloren haben", sagte der Sprecher.

Das südafrikanische Onlineportal "News24"  berichtet, die Gemeinde habe das Programm bereits am 11. Januar vorgestellt, 16 junge Frauen würden geförderte. Sie müssten sich jede Semesterferien untersuchen lassen, um das Stipendium nicht zu verlieren. Weitere 97 Schulabsolventen hätten in dem Bezirk eine andere Förderung erhalten, die nicht an eine solche Bedingung geknüpft sei.

Das Stipendium für die 16 jungen Frauen rief Proteste bei Frauenrechtlerinnen hervor. Die ehemalige südafrikanische Oppositionsführern Lindiwe Mazibuko forderte via Twitter, der Bezirk müsse der Menschenrechtskommission gemeldet werden.

Auch die Frauenrechtsgruppe Powa äußert sich entsetzt über das neue Stipendium. Es sei empörend, dass Mädchen auf ihre Jungfräulichkeit hin untersucht werden, um eine Förderung zu erhalten. Der Bezirk missbrauche Steuergelder und verstoße gegen die Verfassung. Das Prozedere verletzte die Würde und die Rechte der Mädchen, während männliche Anwärter davon verschont blieben, kritisierte Powa.

Viele Schulabsolventen aus armen Verhältnissen sind in Südafrika auf staatliche Förderung angewiesen, um studieren zu können. Im vergangenen Jahr gab es landesweit Proteste gegen eine Erhöhung der Studiengebühren.

sun/AFP