Surftipp Vision gegen Gewalt in der Schule
Ein Amoklauf wie an der Columbine High School in Littleton galt bis vor einigen Monaten als in Deutschland kaum vorstellbar. Dann geschah es in Erfurt: Der 19-jährige ehemalige Schüler Robert Steinhäuser erschoss an einem Erfurter Gymnasium 16 Menschen und anschließend sich selbst. Lehrer, Schüler und Eltern reagierten verunsichert: Wie kann man sich gegen solche Massaker schützen, was lässt sich gegen alltägliche Gewalt an den Schulen tun?
Dass die Gewaltdebatte in dem Mittelpunkt öffentlichen Interesses rückte, war auch der Ausgangspunkt für das Projekt Visionary. Die Initiatoren wollen keine neuen Konzepte gegen Gewalt entwickeln. Ihr Anliegen ist der Netzwerkgedanke: Lehrer, Eltern und Schüler können sich über das Thema "Gewalt an Schulen" generell informieren und sich beispielsweise mit englischen oder finnischen Kollegen und Mitschülern austauschen.
Visionary ist ein Kürzel für "Violence in school - intelligence on the net - applying resources for youngsters". Hinter dem von der EU geförderten Projekt steht eine europäische Kooperation: Großbritannien, Finnland, Dänemark, Portugal und Deutschland bilden ein Team aus 20 Mitarbeitern, darunter Psychologen, Pädagogen, Internetexperten und Techniker. Pädagogen der Universität Koblenz haben die Koordination übernommen.
Neben der internationalen Seite gibt es Informationen der Partnerländer in der jeweiligen Landessprache, etwa über die Ursachen und Häufigkeit von Gewalt an Schulen. Hinzu kommen Linksammlungen und News: Die Nutzer können aktuelle Meldungen zum Thema lesen, aber auch selbst Neuigkeiten ins Netz stellen. Bei den Linksammlungen gibt es spezielle Angebote für Lehrer, Schüler und Eltern - teils in winziger Schrift und nicht immer leicht zu entziffern.
Unter dem Stichwort "Kommunikation" findet der Nutzer ein Diskussionsforum und Mailinglisten. Momentan funktioniert nur das internationale Forum, die Foren der einzelnen Länder sollen ab Ende August bereitstehen. Dann kommt der Austausch mit anderen Interessenten richtig in Fahrt - und das ist ja das Besondere an diesem Projekt.