Gefühlslage der Bachelor-Studenten Gestresst, aber okay
Tunnelblick: Der Akademikernachwuchs ist gestresst, studiert aber gern
Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpaViele Sorgen, aber kein Grund gleich alles hinzuschmeißen - so haben 4087 deutsche Bachelor-Studenten in einem Online-Panel ihre Gefühlslage im Studium beschrieben.
Fast die Hälfte aller Bachelor-Studenten kämpft jedoch mit Erschöpfung und dem Gefühl der Überforderung. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Hochschul-Informations-Systems (HIS), die vom Deutschen Studentenwerk (DSW) in Auftrag gegeben wurde. Befragt wurden dafür deutsche Studenten im November und Dezember 2011, jetzt wurde die Auswertung vorgestellt.
Die Befragung soll einen Einblick in das Stress- und Belastungspotential angehender Akademiker geben. Demnach liegen Zuversicht und Frust dicht beieinander: Gut zwei Drittel der Befragten macht das Studium Spaß.
Drei Viertel der Studenten sind sogar davon überzeugt, den Bachelor erfolgreich abzuschließen. Immerhin 61 Prozent der Befragten glauben, anfallende Probleme im Studium selbst lösen zu können.
Andererseits geben 68 Prozent der Bachelor-Studenten an, durch das Studium besonders belastet zu sein. Diese Erkenntnis deckt sich auch mit der letzten Sozialerhebung des Studentenwerks aus dem Jahr 2010. Jedoch gibt es ebenfalls genügend Studien, die einem steigenden Leistungsdruck widersprechen.
Problem: Knappe Kasse
Besonders anstrengend wird es, wenn weitere Stressfaktoren wie Studienfinanzierung hinzukommen. Zu wenig Geld ist für Studenten immer noch eines der Hauptprobleme: 41 Prozent der Befragten empfinden ihre finanzielle Situation sowie die daraus resultierenden Anforderungen im Nebenjob als besonders belastend.
Für knapp die Hälfte geht dieser Druck so weit, dass sie sich im Studium beeinträchtigt fühlen. Symptome sind dafür bei Bachelor-Studenten "Erschöpfung" (47 Prozent), "psychosomatische Beschwerden" (44 Prozent) und allgemeine "Ängste" (42 Prozent).
Das DSW weist vor dem Hintergrund wieder auf seine Beratungsangebote hin, die Studenten in Krisen helfen können. Laut Studie haben 38 Prozent der Studenten schon einmal eine Beratung zu einem sozialen oder psychosozialen Problem in Anspruch genommen. 47 Prozent würden sich gern beraten lassen. Oft kann gestressten Studenten auch schon helfen, dem fremd- und selbstgemachten Druck elegant auszuweichen. "Wenn das Einhalten der Regelstudienzeit mich so belastet, dann muss ich eine gewisse Gelassenheit entwickeln", empfiehlt Stefan Grob vom DSW. Ein oder zwei Semester dranhängen könne dabei manchmal schon helfen.
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