Uni Lüneburg eröffnet Libeskind-Protzbau - DER SPIEGEL
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Libeskind-Bauten: Schön schief

Foto: picture alliance / Philipp Schul

Audimax der Uni Lüneburg Libeskinds schräges Luftschloss

Der kühne Entwurf ist Wirklichkeit geworden: Die Universität Lüneburg hat ein neues Gebäude des Stararchitekten Libeskind eröffnet. Kritiker hielten das Prestigeprojekt lange nicht für finanzierbar.
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Eigentlich sollten die Studenten vor drei Jahren in ihr neues Hauptgebäude einziehen, damals stand allerdings noch nicht mal der Rohbau. Jetzt, mit deutlicher Verspätung, hat die Leuphana Universität Lüneburg das von US-Stararchitekt Daniel Libeskind entworfene neue Zentralgebäude doch noch eingeweiht.

Der futuristische Bau mit den schrägen Außenwänden hatte über Jahre auch mit steigenden Kosten immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Kritiker hielten das Projekt für nicht finanzierbar und nannten es ein Luftschloss.

Mit Blick auf letzte Risiken könnten die Baukosten am Ende die 100-Millionen-Marke knapp übersteigen, hatte die Uni im Dezember mitgeteilt. Ursprünglich waren sie auf knapp 58 Millionen Euro beziffert worden. Den größten Anteil tragen der Bund und das Land, die EU sowie die Stadt und der Landkreis Lüneburg. Die Endabrechnung soll frühestens in einigen Monaten vorliegen. Der Modellrechnung des Rechnungshofes zufolge hätte ein zweckmäßiger Neubau auch für rund 31 Millionen Euro entstehen können.

Inmitten einer ehemaligen Kaserne

"Ich freue mich, dass der Libeskind-Bau nun fertig und so sehr gelungen ist", sagte Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) zu dem Bau auf dem früheren Kasernengelände am Stadtrand. "Inmitten der alten Scharnhorst-Kaserne versinnbildlicht er für alle sichtbar den Wandel, den Lüneburg in den letzten 30 Jahren vollzogen hat, nämlich weg von der Garnisonsstadt hin zur Kultur- und Bildungsmetropole."

Lüneburg will das Audimax parallel als Stadthalle nutzen - ein erstes Mal schon am Samstag. Aufgeführt wird Beethovens Neunte Sinfonie mit mehr als 200 Mitwirkenden allein im Chor. Prüfer der Stadt hatten den Komplex Ende Januar abgenommen. Hätte der Bau nicht fristgerecht in Betrieb genommen werden können, wären EU-Mittel in Höhe von rund 14 Millionen Euro gefährdet gewesen.

Die Grundsteinlegung war bereits am 8. Mai 2011, die Bauarbeiten des 37-Meter-Prunkbaus zogen sich fast sieben Jahre hin. Ursprünglich sollte das neue Hauptgebäude an Ostern 2014 eröffnet werden. Damals war allerdings nicht mal der Rohbau fertiggestellt, von sieben geplanten Stockwerken ragten nur drei in die Höhe.

irb/dpa