US-Studenten in der Army Stillgestanden!
Mit dem Feiern und auch mit dem Lernen ist es für Will Murphy erst einmal vorbei. Der Student der Fairleigh-Dickinson-Universität in Madison im US-Bundesstaat New Jersey legt seine Ohrringe ab, nimmt sein Zungen-Piercing raus und tauscht seine Sportklamotten gegen die Uniform der US-Armeereserve. Kurz nach Semesterbeginn und damit drei Monate vor seinem Abschluss, erhielt er die Anweisung, statt Hürdenlauf jetzt mit der 340. Brigade für Zivile Angelegenheiten der US-Army zu trainieren.
Tausende von Reservisten in ganz Amerika müssen dieser Tage ihre Hochschulen verlassen, oft von einem Tag auf den anderen. Amerika macht mobil für einen möglichen Irak-Krieg und das merken auch die US-Studenten. An kleineren Hochschulen haben sich die Reihen gelichtet, die Hörsäle scheinen leerer als sonst zu sein. Auch die Kommilitonen bekommen nun zu spüren, wie nahe Amerika einem Krieg ist.
Der 22-jährige Murphy weiß, was er zu tun hat: "Ich habe meinen Beitrag zu leisten, und ich werde die Sache zu Ende bringen." Seine Brigade wäre nach dem Krieg für die Vermittlung zwischen dem amerikanischen Militär und den irakischen Zivilpersonen zuständig. Noch hofft Murphy, in sechs Monaten wieder zu Hause zu sein. Doch sicher sein kann er sich nicht.
"Wir wissen, was die Studenten durchmachen"
An der Fairleigh-Dickinson-Universität will man den betroffenen Studenten den Wiedereinstieg so einfach wie möglich machen. "Wir tun, was wir können, wenn sie schließlich wieder zurück kommen", sagt seine Trainerin Sharlene Milwood-Lee.
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Obwohl die Regierung von den Hochschulen keine Erleichterung für Reservisten verlangt, bemühen sich die meisten Universitäten freiwillig, es den Betroffenen so einfach wie möglich zu machen. Viele sicherten ihren Studenten zu, dass sie nach ihrer Rückkehr, die Ausbildung wieder aufnehmen könnten. Teilweise werden sogar Studiengebühren und Wohnheimmieten anteilig zurückgezahlt.
"Wir versuchen so entgegenkommend wie möglich zu sein, weil wir wissen, was diese Studenten durchmachen", sagt Kelly Bartling, Pressesprecherin der Universität von Nebraska. Auch hier haben bereits 56 Studenten den Campus verlassen.