US-Universität Georgetown Spaniens Premier wird Professor
So nahe war er seinem politischen Freund George W. Bush noch nie - räumlich gesehen: Ab dem kommenden Studienjahr wird der scheidende spanische Ministerpräsident in der amerikanischen Hauptstadt arbeiten. Aznar soll zeitgenössische europäische Politik an der Georgetown-Universität in Washington unterrichten. "Es wird für mich ein Privileg sein, der Fakultät dieser Weltklasse-Institution in den Fachbereichen internationale Beziehungen und politische Studien anzugehören", wird Aznar auf der Webseite der Universität zitiert.
Aznar soll einen Posten als "Associate Professor" erhalten. Einen Schwerpunkt seiner Lehrtätigkeit sollen die transatlantischen Beziehungen sein, teilte die Universität mit. Schon im Januar hatte Georgetown Aznar eine Medaille für seine Verdienste um die spanisch-amerikanischen Beziehungen überreicht.
25 Studenten pro Kurs
Der Ministerpräsident wird Mitte April sein Amt an den sozialistischen Politiker Jose Luis Rodriguez Zapatero übergeben, den Sieger der Wahlen in Spanien vom 14. März 2004. Aznar war gelegentlich als möglicher Kandidat für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten genannt worden. Doch nach dem Wahldebakel der Konservativen und der vorhergehenden Eta-Anschlags-Affäre war davon rasch keine Rede mehr.
Georgetown ist eine katholische Hochschule und gilt in ihrer politischen Ausrichtung als eher konservativ. Zu den Ehemaligen der 1789 gegründeten Kaderschmiede zählt unter anderen der ehemalige US-Präsident Bill Clinton. Auch Prinz Felipe von Spanien studierte internationale Politik in Georgetown.
Nicht mehr als 25 Studenten pro Kurs sollen das Privileg erhalten, den Ausführungen eines ehemaligen Ministerpräsidenten zu lauschen. Dazu müssen sie allerdings ihre Spanisch-Kenntnisse erheblich auffrischen: Aznar macht in der Öffentlichkeit selten von Fremdsprachen Gebrauch.