USA Stupider Michael Moore
Der Lieblings-Amerikaner aller Anti-Amerikaner hat wieder zugeschlagen: Michael Moore setzt mit "Volle Deckung Mr. Bush" seinen Kreuzzug gegen die derzeitige US-Regierung fort. Doch war sein Pamphlet "Stupid White Men" noch ein fiebriger und in Teilen unterhaltsamer Aufschrei über den Irrsinn der (vor allem amerikanischen) Welt, ist sein neues Werk hauptsächlich mehr des Gleichen und zeigt damit auch deutlich die Schwächen von Moores Arbeit: Das meiste, was er berichtet, ist bekannt, die Analysen sind fast immer oberflächlich, häufig ersetzen Fragen und Behauptungen Fakten. Moore kann Spaß machen, wenn er als Entertainer in die Rolle des linksliberalen Proleten schlüpft, der ohne Punkt und Komma wie am Kneipentisch über Konservative, Wirtschaftsbosse und George W. Bush im Besonderen pöbelt. Als politischer Kopf und für eine ernste Auseinandersetzung mit den USA taugt er nicht viel. Während seiner Lesereise in Deutschland Mitte November trat er in großen Hallen auf, zum Teil zweimal hintereinander am selben Abend - Politik als Pop-Event zur Selbstvergewisserung aller Amerika-Hasser. Doch sollten seine Leser nicht vergessen: Er ist ein glühender Patriot!
JOACHIM MOHR
Michael Moore: "Volle Deckung Mr. Bush. Dude, Where's My Country?". Piper Verlag, München; 316 Seiten; 12,90 Euro.