USA Tödliches Gift im Studentenwohnheim
Austin - Eine 19-jährige Studentin entdeckte das weiße Pulver in ihrem Schlafzimmer, es war in einer Rolle von Münzen verborgen. Erste Tests der staatlichen Gesundheitsbehörde ergaben, dass es sich bei der Substanz um das absolut tödliche Rizin oder ein sehr ähnliches Mittel handelte.
Bereits 2003 waren in den USA unter anderem zwei Briefumschläge mit dem Gift in Postämtern aufgefunden worden, eins der Schreiben war an das Weiße Haus adressiert. Die US-Bundespolizei FBI geht jedoch davon aus, dass es sich bei dem Fund in Austin um einen Einzelfall handelt. "Es gibt keine Hinweise dafür, dass es sich um einen terroristischen Anschlag handeln könnte", so FBI-Sprecher Rene Salinas. Die Münzen-Rolle habe mehrere Monate in dem Raum der Mädchen gelegen, sagten die Beamten. Das Zimmer sei desinfiziert und gründlich untersucht worden.
"Wir haben das Gefühl, dass wir jede nur mögliche Vorsichtsmaßnahme ergriffen haben, um die Gesundheit und die Sicherheit unserer Studenten zu sichern, sagte die Universitätssprecherin Rhonda Weldon. Die Studentin und ihre Zimmernachbarin, die mit dem Gift in Berührung gekommen waren, seien vorsorglich unter Beobachtung gestellt worden. Keins der beiden Mädchen habe jedoch verdächtige Symptome gezeigt, sagte die Ärztin der Universität, Theresa Spalding.
Rizin ist ein natürlich vorkommendes Gift, das beim Menschen binnen weniger Tage zum Tod führen kann. Die Symptome eines Vergifteten ähneln zunächst denen der Grippe, dann aber versagen Lungen, Leber und Nieren. Der Vergiftete stirbt unter schweren Krämpfen nach drei bis vier Tagen.
Im Jahr 2003 waren in Postämtern in den USA zwei Briefe mit dem tödlichen Gift entdeckt worden. Einer war an das Weiße Haus in Washington gerichtet. Die genauen Hintergründe wurden bis heute nicht aufgeklärt.
ase/AFP