Vater und Sohn: "Big Fish" - DER SPIEGEL
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Vater und Sohn "Big Fish"

Wahre Lügen
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Als kleiner Junge hing Will (Billy Crudup) immer an den Lippen seines Vaters Ed (Albert Finney). Denn der erzählte ihm, wie er als junger Mann (gespielt von Ewan McGregor) einem Riesen begegnete, dessen Herz noch größer war als seine Faust, einem Zirkusdirektor, der sich in einen Werwolf verwandelte, oder einem Poeten, der seit zwölf Jahren an einem Gedicht arbeitete, aber erst drei Zeilen gereimt hatte. Der Boden der Tatsachen war für Ed nur ein Sprungbrett, seine Vorstellungskraft zu trainieren. Doch nun liegt Ed im Sterben.

Von einer Wahrheitssuche der ganz eigenen Art erzählt Regisseur Tim Burton in seinem neuen Film "Big Fish": Will möchte hinter all den Geschichten endlich seinen Vater kennen lernen, erfahren, wie er wirklich ist. Doch der fängt wieder an zu fabulieren. Burton lässt die Phantasie bunt schillernde Blüten treiben und steht am Ende mitten in einem erzählerischen Wildwuchs, wo er selbst etwas den Überblick verliert. Die Episoden fügen sich letztlich nicht zusammen. So wirkt die Auflösung, nach der alles, was Ed erzählt hat, letztlich einen wahren Kern besaß, eher wie eine Notlösung.