Wintersemester beginnt: Ansturm der Studienstarter - DER SPIEGEL
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Erste Woche für Erstsemester Ganz schön voll hier

Das Wintersemester hat begonnen und damit der Ansturm der Erstsemester. Viele Hochschulen melden Rekordzahlen bei den Studienanfängern. Und es sieht nicht so aus, als würde die Studentenflut bald abebben.
Student in Köln: Das Wissenschaftsministerium NRW geht von 111.000 Studienanfängern aus
Student in Köln: Das Wissenschaftsministerium NRW geht von 111.000 Studienanfängern aus

Student in Köln: Das Wissenschaftsministerium NRW geht von 111.000 Studienanfängern aus

Foto: Oliver Berg/ dpa
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Der Sommer ist vorbei, der Kater von der Abi-Fahrt auskuriert, jetzt hat für viele Gerade-noch-Teenager und So-gerade-Twens ein neuer Lebensabschnitt begonnen: das Studium. Anfang der Woche startete an den Unis mit Vorlesungen und Seminaren der Lehrbetrieb des neuen Wintersemesters, die meisten Fachhochschulen waren schon zu Monatsbeginn dran.

Und erneut melden viele Unis Höchststände beim Ansturm der Erstsemester. In Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, drängen besonders viele Erstsemester an die Hochschulen. Nach Angaben des Wissenschaftsministeriums steigt die Zahl der Studienanfänger in NRW zum Wintersemester auf 111.000. Allein an der Uni Köln haben sich rund zwölf Prozent mehr Studienanfänger immatrikulieren lassen als im Vorjahr, nämlich 6600.

Eng ist es auch in den Hörsälen und Laboren der Hochschulen anderer Bundesländern. So melden etwa auch hessische, niedersächsische und bayerische Hochschulen neue Rekordzuwächse bei den Erstsemestern. Deutschlandweit werden es ersten Schätzungen zufolge wohl eine halbe Million Erstsemester werden, die Studentenzahl in Deutschland wird wohl die 2,5 Millionen-Marke überspringen. An vielen Hochschulen heißt es also: früh aufstehen, früh da sein, um einen Sitzplatz zu bekommen.

Was auf die Neustudenten zukommt

Der Ansturm wiederum wirkt sich natürlich auch auf den Wohnungsmarkt aus. In vielen Uni-Städten sind bezahlbare Wohnungen für Studenten eher knapp. Das Portal Immoscout24 hat ausgerechnet, dass die Preise für WG-Zimmer in einigen Städten um bis zu zwölf Prozent im Vergleich zum vergangenen Wintersemester gestiegen sind. Am teuersten ist es demnach, in München zu wohnen, danach kommen Frankfurt am Main, Stuttgart, Konstanz und Heidelberg.

Ein Problem, auf das Studentenverbände immer wieder hinweisen - auch zu Beginn dieses Wintersemesters: "Um den schlimmsten Entwicklungen etwas entgegenzusetzen, muss ein sofortiges Bund-Länder-Investitionsprogramm für mindestens 25.000 zusätzliche Wohnheimplätze aufgelegt werden", forderte etwa Erik Marquardt vom Freien Zusammenschluss der Studierendenschaften (fzs). Zudem kündigte er Aktionen eines Bündnisses mehrerer Hochschulgruppen für Anfang November an.

Neustudenten müssen sich zudem auf marode Gebäude auf dem Campus einstellen. So berichtete Anfang des Jahres schon der UniSPIEGEL, es gebe in fast allen Ländern baufällige Gebäude, die dringend renoviert werden müssten. In Erlangen-Nürnberg zum Beispiel brachen im Sommer nachts mehrere Kilo Putz aus der Decke. Wie das Magazin "Zeit Campus" berichtet, war außerdem in Kiel einige Wochen lang chlorhaltiges Wasser vom Uni-Schwimmbecken ins Grundwasser geflossen, in Bochum brach ein Gabelstapler durch die Bodenplatten des Vorplatzes und Bremen plagt sich noch immer mit den schadstoffhaltigen Baustoffen aus den siebziger Jahren.

Ein Trend, der sich ebenfalls fortsetzen wird, ist der Ansturm der Campusküken: minderjährige Abiturienten, die bereits ein Studium beginnen. Bereits im vergangenen Jahr zeichnete sich ab, dass da neue Herausforderungen auf die Hochschulen zukommen. Denn die Unter-18-Jährigen brauchen eigentlich selbst für den Bibliotheksausweis die Unterschrift der Eltern.

Notgedrungen haben die Hochschulen eh ihre Angebote für Mütter und Väter ausgebaut. Denn auch volljährige Studenten setzen vermehrt auf ihre Eltern als Karriere-Coaches. Studienberater berichten von Eltern, die quer durch die Republik fahren, um bei der Einführungswoche des Nachwuchses dabei zu sein.

Und da sind natürlich die ganzen neuen Kommilitonen, die es kennenzulernen gilt. Los geht's!


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