Studenten auf Wohnungssuche Traumbude gesucht, aber bitte nicht so teuer
Wohnungssuche in Berlin: Szeneviertel kosten meist extra
Foto: Jens Kalaene/ picture alliance / dpaWer zum kommenden Semesterstart eine günstige Wohnung im Zentrum von Hamburg oder einer anderen beliebten Universitätsstadt sucht, hat es nicht leicht.
Besonders in den Szenevierteln, in die es viele Studenten zieht, sind die Mieten in den vergangenen Jahren zum Teil stark gestiegen. Das liegt nicht nur an renditeversessenen Hauseigentümern, sondern vermutlich auch an unerfahrenen Studenten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Hamburger Beratungsgesellschaft "Analyse & Konzepte". Weil viele Medien über teure Mieten und knappen Wohnraum berichteten, ließen sich gerade Erstsemesterstudenten oft auf überteuerte Angebote ein und leisteten so ungewollt einen Beitrag dazu, dass die Mieten steigen.
"Studierende verschärfen mitunter unbeabsichtigt ihre eigene Situation", resümiert Tobias Jacobs von "Analyse & Konzepte". Hinzu komme nämlich, dass sich auch die Gründung von Wohngemeinschaften negativ auf das Mietpreisniveau auswirke. Hauseigentümer wüssten, dass zum Beispiel drei Studenten oft eine höhere Kaufkraft als eine Kleinfamilie hätten. Deswegen reagierten einige Vermieter mit einer Art "WG-Zuschlag", teilt das Beratungsunternehmen mit.
In den zentralen Lagen von Göttingen zahlten Studenten zum Beispiel elf Euro pro Quadratmeter - doppelt so viel wie Mieter in benachbarten Vierteln. Die studentische Kundschaft trage damit sogar zur "Verdrängung anderer Bewohnergruppen" bei. Auch bei Investoren hat sich längst herumgesprochen, dass angehende Hochschüler - oft dank ihrer Eltern - zum Teil durchaus zahlungskräftig sind und hohe Mieten akzeptieren.
Von einer stattlichen Rendite angelockt, kaufen deutsche und ausländische Anleger derzeit viele kleine Apartments oder sogar ganze Wohnkomplexe in Uni-Nähe. Andere beteiligen sich an entsprechenden Immobilienfonds. Gut für die Geldmacher: Studenten bleiben meist nicht länger als drei oder vier Jahre - und bei einem Mieterwechsel kann der Eigentümer die Mieten derzeit noch praktisch ohne Einschränkungen erhöhen.