Tesla-Verkauf in Deutschland bricht ein: Deutsche Neuwagenkäufer meiden auch Benzin und Diesel - DER SPIEGEL
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Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts Deutsche Neuwagenkäufer meiden Benzin, Diesel – und Tesla

In Deutschland fährt die Mehrheit aller neuen Pkw elektrisch oder hybrid, der Anteil klassischer Verbrenner bricht ein. Gegen den Trend hat E-Auto-Bauer Tesla mit Problemen zu kämpfen.
Tesla Model Y in Grünheide
Tesla Model Y in Grünheide

Tesla Model Y in Grünheide

Foto: Patrick Pleul / AFP

Die Neuzulassungen von Autos mit reinem Elektromotor haben im Februar erneut deutlich zugelegt. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg am Mittwoch mitteilte, wurden rund 35.949 E-Fahrzeuge neu zugelassen und damit 30,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens EY liegt das jedoch auch »an dem sehr niedrigen Vorjahresniveau«. Neuzulassungen des US-Herstellers Tesla, der ausschließlich Elektroautos baut, brachen gegen den Trend um 76 Prozent ein.

Inzwischen kommen Elektroautos laut Kraftfahrt-Bundesamt auf einen Marktanteil von 17,7 Prozent. Im Vorjahr war die Nachfrage nach dem abrupten Aus der staatlichen Kaufprämie noch eingebrochen. Auch Hybridautos waren stärker gefragt als vor Jahresfrist und sind nun mit 38,2 Prozent Marktanteil (sogenannte Vollhybride und Plug-in-Hybride zusammengerechnet) die dominierende Antriebsart.

Klassische Verbrenner erlitten hingegen einen deutlichen Rückgang um rund ein Viertel. Der Anteil neuer Dieselautos schrumpfte auf 15,8 Prozent aller Neuwagen, reine Benziner machten noch 28 Prozent aus. Zum Vergleich: Im Gesamtbestand aller 49,3 Millionen in Deutschland zugelassenen Pkw bildeten die Verbrenner zum Jahreswechsel noch die klare Mehrheit (60,6 Prozent Benziner, 28 Prozent Diesel). Rein elektrisch fuhr erst jedes dreißigste auf deutschen Straßen zugelassene Auto (3,3 Prozent).

»Von echtem Hochlauf der Elektromobilität noch weit entfernt«

Das Niveau der Neuzulassungen bei den E-Autos lag laut EY im Bereich der Vormonate. Das auf den ersten Blick derzeit hohe Wachstumstempo bei Elektroautos erweise sich also bei näherem Hinsehen als Stagnation, sagte Constantin Gall, Automarktexperte bei EY. Er sah noch »keine positive Trendwende«. »Von einem echten Hochlauf der Elektromobilität sind wir immer noch weit entfernt.«

Insgesamt erlitt der Automarkt in Deutschland im Februar einen Dämpfer. Über alle Antriebsarten hinweg wurden 203.434 Autos neu zugelassen, das sind 6,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Seit Jahresauftakt summiert sich das Minus damit auf 4,6 Prozent.

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Tesla wird zum Ladenhüter

Zum Ladenhüter werden dabei insbesondere die Autos von Tesla: Im Februar wurden nur noch 1429 Fahrzeuge des US-Elektroautobauers verkauft, das entspricht einem Rückgang um mehr als drei Viertel verglichen mit dem Vorjahr – obwohl der Elektroautomarkt wieder anzieht. Kurz zuvor war öffentlich geworden, dass auch im wichtigsten Absatzmarkt China die Verkaufszahlen des E-Auto-Herstellers eingebrochen sind. Das US-Unternehmen verkaufte dort im Februar 30.688 Fahrzeuge – 49 Prozent weniger als im Februar 2024, wie der chinesische Branchenverband CPCA mitteilt.

Der Kursabsturz der Tesla-Aktie setzt sich fort. Der Kurswert sackte bis Dienstagabend um rund fünf Prozent ab. Seit Mitte Dezember hat Tesla mehr als ein Drittel seiner Marktkapitalisierung verloren.

So sieht die Bilanz der Automarken im Februar aus

  • Opel verzeichnete einen Rückgang um mehr als ein Drittel.

  • Porsche setzte 45 Prozent weniger Autos ab,

  • Mini ein Viertel weniger,

  • bei Mercedes lag der Rückgang bei 6,4 Prozent.

  • BMW verkaufte 6,1 Prozent mehr Autos und

  • VW 1,7 Prozent mehr Autos als vor Jahresfrist.

  • Ford schaffte sogar einen Anstieg um mehr als ein Fünftel.

ptz/ahh/Reuters/AFP