Android-App im Test: Die soziale Kamera - DER SPIEGEL
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Lightbox: Praktischer Android-Fotomanager

Android-App im Test Die soziale Kamera

Android bekommt endlich ein wenig Instagram-Magie - mit Lightbox. Diese App macht nicht nur Fotos mit den üblichen Retro-Filtern. Sie zeigt auch ein buntes Fotoalbum sämtlicher Web-Kontakte.
Von Carolin Neumann
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Als Android-Nutzer kann man mittlerweile zwischen so vielen Fotografie-Apps wählen, dass dem Motiv längst das Lachen vergangen ist, bis man endlich die richtige gefunden hat. Eigentlich also kein Grund zur Klage über ein Unterangebot. Doch eines wurmt den geneigten Foto-Junkie dann doch: Die beliebteste Anwendung - Instagram - ist weiterhin ausschließlich iPhone-Besitzern vorbehalten. Jetzt gibt es eine Foto-App, die vorerst nur für Android programmiert wurde und ihrerseits das Zeug hat, iPhoner-Nutzer etwas neidisch zu machen: Lightbox.

Bei Lightbox geht es in erster Linie um das Teilen von Fotos: Ganz wie bei Instagram schießt man ein Foto, versieht es mit den heute für Apps typischen Filtern wie Lomo oder Fisheye sowie einer kurzen Beschreibungen und bei Bedarf dem Ort des Entstehens - um es dann zu verbreiten. Zum Beispiel über den synchronisierten Twitter-Account, wo es dann neben der eigenen Fotopinnwand auf lightbox.com  auftaucht. So weit, so 08/15.

Bei dieser App jedoch funktioniert das Social-Prinzip in beide Richtungen: Hier teilt der Nutzer seine Bilder nicht nur, sondern kann auch direkt in der Anwendung den Fotostream seiner Kontakte von verschiedenen Plattformen verfolgen. Momentan synchronisiert die App auf Wunsch mit Facebook, Twitter, Foursquare, Tumblr und neuerdings Flickr.

Einmal verbunden, wird der Menüpunkt "My Lightbox" in der App zu einer Art Fotoalbum aller Kontakte. Hier erscheinen alle Bilder, die Web-Freunde über die verschiedenen Kanäle veröffentlichen. Gleichzeitig zeigt Lightbox in einem weiteren Reiter die auf lightbox.com  beliebtesten Bilder sowie News-Fotos etwa der "New York Times" an. Wie in dieser Applikation Fotografien von Freunden und Fremden zu einem bunten Album gebündelt werden, erinnert an die iPad-App Flipboard.

Zu wenige Filter, keine Sortierfunktion

Lightbox öffnet nicht nur die Fotoalben anderer, sondern hat auch Potential für die eigene Organisation von Erinnerungen. Wer zum Beispiel nebst Android-Smartphone auch noch ein Android-Tablet besitzt, kann nach dem Festivalwochenende in optimaler Größe die Bilder aus dem Schlamm als Slideshow betrachten. Möglich ist das natürlich auch auf der Web-"Wall" des jeweiligen Nutzers.

Seit einem Update vergangene Woche hat die Kamera der Lightbox einige neue Einstellungen wie einen überfälligen Zoom oder einige Nachbearbeitungsmöglichkeiten. Für Retro-Fans gibt es zwar - gerade im Vergleich zu Instagram - zu wenige ausgefallene Filter. Dafür öffnet sich Lightbox anderen Anwendungen: Wer möchte, kann zum Beispiel direkt aus Lightbox heraus mit einer anderen App wie der an Filtern reichen Vignette fotografieren. Selbst längst geschossene Bilder können nachträglich via Lightbox veröffentlicht werden.

Vorsicht: Wer nicht so darauf steht, von seinem Mobilfunkanbieter gedrosselt zu werden, sollte das Häkchen setzen, um Fotoalben nur im Wifi-Modus zu synchronisieren.

Was fehlt: Um als digitales Fotoalbum zu punkten, müssten sich Bilder zu einzelnen Alben bündeln und alternativ sortieren lassen. Auch Tagging wäre nicht schlecht.

Das letzte Wort: Neugierig geworden, werter iOS-Nutzer? So wie Androide nach wie vor auf Instagram warten, ist auch eine iOS-Version von Lightbox noch Zukunftsmusik .