Viele Geräte betroffen Sicherheitslücke im Android-Browser entdeckt
Android-Maskottchen neben Google-Logo: Vorerst lieber einen alternativen Browser verwenden
Foto: A9999 Christof Kerkmann/ dpaAuf Smartphones mit einem Android-Betriebssystem unterhalb der Version 4.4 (Kitkat) sollte der systemeigene Open-Source-Browser bis auf Weiteres nicht genutzt werden. Bei der Verwendung des Browsers, der in der Regel mit einer Weltkugel symbolisiert wird, kann es vorkommen, dass bösartige Webseiten die Daten anderer Seiten auslesen, berichtet das Fachportal "Heise Security" . Es handele sich um eine sogenannte Same-Origin-Policy-Lücke. Gute Browser-Alternativen sind zum Beispiel Chrome, Firefox und Opera.
Der betroffene Open-Source-Browser soll durch die nach wie vor große Verbreitung älterer Android-Versionen noch auf rund 75 Prozent aller Android-Geräte installiert sein, heißt es. Verwundbar seien Geräte spätestens ab der Android-Version 4.2.1, was einem Viertel aller Android-Geräte entspräche. Seit Kitkat verteile Google den proprietären Chrome-Browser, der über die Lücke nicht angreifbar sei.
Wann und wie Google in Zusammenarbeit mit Herstellern und Providern die Lücke schließt, ist fraglich, da für ältere Android-Versionen oft keine Updates mehr bereitgestellt werden. Laut "Ars Technica" ist Google zumindest dabei, an einer Lösung zu arbeiten.
Aktualisierung sonst per Betriebssystem-Update
Am wahrscheinlichsten sei eine Aktualisierung noch bei sogenannten Custom-ROMs, meint "Heise Security", also bei alternativen Android-Betriebssystemen wie etwa CyanogenMod oder Replicant. Anders als Browser-Apps wie Chrome wird der Open-Source-Browser standardmäßig durch Betriebssystem-Updates auf den neuesten Stand gebracht, nicht per Play Store.
Zur Schwere der Lücke schreibt "Heise Security" , bei einem Desktop-Browser sei eine Same-Origin-Policy-Lücke "eine böse Sache". Ein Angreifer könne damit unter Umständen ins Konto oder das Webmail-Portal des Opfers schauen. Viele Android-Nutzer dagegen würden den eingebauten Browser vor allem zum Surfen auf unkritischen Seiten nutzen. Transaktionen, bei denen wichtige personenbezogene Daten im Spiel sind, würden über Apps abgewickelt.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hält die Sicherheitslücke für vergleichsweise ernst: Es bewertet das Risiko mit Stufe vier von fünf. Entdeckt wurde die Sicherheitslücke von Rafay Baloch , einem Sicherheitsexperten aus Pakistan.