Werbung mit Datenschutz Apple stichelt gegen Google und das FBI
Apple-Chef Tim Cook, neue iPhones: "Manche Unternehmen versuchen..."
Foto: Beck Diefenbach / REUTERSDie Nutzeransprache auf Apples neuer Werbeseite zum Thema Datenschutz enthält kaum verhohlene Seitenhiebe. "Anders als bei den Kommunikationsdiensten von anderen Unternehmen durchsucht Apple nicht deine Daten", steht da zum Beispiel - ein klarer Verweis auf Google und andere Konkurrenten, die etwa E-Mails von Algorithmen nach Stichwörtern durchforsten lassen, um mehr oder minder passende Werbung einzuspielen.
Oder dieser Satz: "Selbst auf Anordnung einer Behörde hin könnten wir dich nicht abhören", im Bezug auf den Videochat-Dienst Facetime und den SMS-Ersatz iMessage. Natürlich geht es hier in Wahrheit um die NSA und auch das FBI, dessen Direktor immer wieder betont, wie lästig allgegenwärtige Verschlüsselung für seine Behörde ist.
FBI-Chef James Comey fordert immer wieder, dass es für seine Ermittler Nachschlüssel geben müsste, mit der sich im Zweifel auf Daten oder Kommunikation doch zugreifen lässt. Bei Apple heißt es jetzt: "Wir lehnen es für alle unsere Produkte ab, sogenannte Hintertüren einzubauen, weil das den Schutz, den wir integriert haben, schwächt. Deswegen können wir dein Gerät auch für niemanden entsperren."
FBI-Chef Comey dürfte das durchaus als persönlichen Affront verstehen. Vor einem Jahr forderte er Hintertüren für Smartphones und andere Geräte, explizit auch von Apple und Google. Dabei sagte er auch: "Mir bereitet es Sorgen, dass die Unternehmen ausdrücklich mit etwas werben, das es den Leuten erlaubt, sich über das Gesetz zu stellen."
"Manche Unternehmen versuchen, ein Profil von dir zu erstellen"
Apple verspricht noch weitere datenschutzfreundliche Vorgehensweisen. So sollen nach dem Zufallsprinzip erzeugte Gerätekennungen die Privatsphäre der Nutzer seiner Online-Dienste sichern. Die Karten-App etwa sei so ausgerichtet, dass keine Bewegungsprofile entstehen: "Manche Unternehmen versuchen, ein Profil von dir zu erstellen, anhand aller Orte, an denen du warst. Sie tun das für Werbezwecke." Auch hier ist glasklar, wer mit "manche Unternehmen" gemeint ist: Google.
Konkret verspricht Apple, dass die Karten-App die Nutzer nur über eine zufällige ID erkenne, die regelmäßig zurückgesetzt werde. Routendaten würden in mehrere Segmente aufgeteilt, um Informationen über Startpunkt und Ziel voneinander zu trennen und das Erzeugen von Bewegungsprofilen zu verhindern. Auch bei anderen Online-Funktionen, bei denen Daten ausgewertet werden, werde die Identität der Benutzer durch anonyme und häufig wechselnde Kennungen verschleiert.
Apple verstärkt damit noch einmal die Strategie, Datenschutz zum Verkaufsargument zu machen. Konzernchef Tim Cook versucht schon seit über einem Jahr, sich auf diese Weise von Konkurrenten wie Google mit seinem dominierenden Smartphone-Betriebssystem Android abzuheben.