Einladung Facebooks Android-Handy könnte bloß eine App sein
Smartphone mit Facebook-App: Neue Version mit weitreichenden Zugriffsrechten?
Foto: Karen Bleier / AFPAm Wochenende überraschte Facebook die Presse mit einer simplen E-Mail. Es war die Einladung zu einer Konferenz am 4. April im Facebook-Hauptquartier in Kalifornien. Was dort gezeigt werden soll, sagt der Konzern nicht, deutet nur an: "Come See Our New Home on Android."
Zumindest das grundlegende Thema der Veranstaltung ist damit festgelegt: Es wird um Android und damit um Mobiltelefone und Tablets gehen. Kein Wunder also, dass sofort Gerüchte hochschwappten, nun wäre es endlich soweit und das sagenumwobene Facebook-Handy werde vorgestellt. Doch diesen Vermutungen widersprachen Pragmatiker umgehend - und das zu Recht.
Schließlich hatte Facebook-Chef und Gründer Mark Zuckerberg auf der Disrupt-Konferenz 2012 einem Handy aus seinem Haus eine klare Absage erteilt: "Sagen wir mal, wir würden ein Handy bauen - was wir nicht tun! Aber falls doch, könnten wir vielleicht 10 oder 20 Millionen Menschen dazu bringen, es zu benutzen. Das würde uns nicht voranbringen."
Mittelklasse-Hardware
Tatsächlich scheint es nun so, als habe Zuckerberg damals die Wahrheit gesagt, zumindest was die Herstellung eines Facebook-Handys angeht. Der Konzern bleibt bei dem, was er kann, und entwickelt Software. Die Produktion passender Handys überlässt er anderen. Im konkreten Fall werde das ein HTC sein, wollen die Android-Experten des Android-Police-Blogs herausgefunden haben. Sie berichten, sie hätten sich bereits die Software des sogenannten Facebook-Handys verschaffen können, die viel darüber verrät, was am 4. April gezeigt werden könnte.
Demnach wird Facebook ein HTC-Smartphone namens Myst vorstellen, das hinsichtlich seiner Technik der aktuellen Mittelklasse entspricht. Mit einem Dualcore-Prozessor, 4,3-Zoll-Display und 5-Megapixel-Kamera ist es alles andere als aufregend, dürfte sich jedoch durch einen günstigen Preis auszeichnen. Vor allem aber wird es eine neue Facebook-App enthalten.
Die wiederum soll sich den Angaben zufolge nicht auf die Fähigkeiten früherer Versionen beschränken, sondern weit tiefer im Betriebssystem verankert sein. So tief, dass sie sogar einen eigenen Homescreen hat. Angesichts des Hinweises in Facebooks Einladung eine plausible Angabe, wäre doch ein Facebook-Homescreen tatsächlich Facebooks "New Home on Android".
Eine App für alle
Darüber hinaus räume sich die neue Facebook-App aber auch erweiterte Zugriffsrechte auf das Betriebssystem ein. Facebook könne beispielsweise die W-Lan-Anbindung steuern, in jeder anderen App eigene Meldungen anzeigen und sich selbst bei jedem Neustart des Handys aktivieren.
Sofern die Software, die Android Police analysiert hat, echt ist, lassen sich daraus mehrere Schlüsse ziehen. Vor allem der, dass das angebliche Facebook-Handy genauso wenig ein echtes Facebook-Handy ist, wie jedes andere Smartphone. Vielmehr wird es ein Handy mit einer besonderen, neuen Version der Facebook-App sein. Dass womöglich HTC dieses Handy herstellen wird, ist Zufall, das Gerät selbst nur ein Vorzeigemodell. Denn auf spezielle Hardware ist die neue App offenbar nicht angewiesen, könnte also bald auch in Googles Play Store angeboten werden.
So könnte jeder Android-Nutzer sein Smartphone zum Facebook-Handy machen. Mark Zuckerberg dürfte sich bei diesem Gedanken vor Freude die Hände reiben.